Noch immer ist die Elektromobilität eine Nische in Deutschland. Während in Norwegen der Anteil an Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen im Jahr 2017 bei knapp 40 Prozent lag, waren es in Deutschland nur 1,6 Prozent (insgesamt 25.056). In nicht unerheblichem Maße ist für diese geringe Zahl die mangelnde Ladeinfrastruktur verantwortlich. Das Interesse der Autofahrer ist in jedem Fall da. So wird auch in diesem Jahr die Anzahl der Neuzulassungen wieder steigen. Mit einem Anstieg auf etwa 30.000 werden in diesem Jahr voraussichtlich 20 Prozent mehr Elektroautos zugelassen. Wir haben uns einmal den Favoriten der Deutschen gewidmet und zeigen, welche die meistgekauften Elektroautos sind.

E-Auto wird geladen

Steht der E-Auto-Boom nun doch bevor? Quelle: Pixabay

Es gibt noch einige Punkte, in denen die Elektromobilität Nachholbedarf hat:

  • Ladeinfrastruktur
  • Reichweite
  • Gewicht
  • Preis

Neben der bereits erwähnten Ladeinfrastruktur liegt auch die Reichweite noch nicht in einem Bereich, bei dem Verbraucher vollends zufriedengestellt werden. Hier gibt es zwar ebenfalls Fortschritte, allerdings kann bislang nur mit großen Batterien eine größere Reichweite ermöglicht werden. Dadurch kommt es zu einem deutlich höheren Gewicht von Elektroautos.

Schlussendlich spielt auch der Preis eine Rolle, weshalb viele Kunden weiterhin abwarten, obwohl sie grundsätzlich interessiert sind. Preislich eine Rolle spielt auch die Wartung des Fahrzeugs. Es ist allerdings recht schwierig zu sagen, wie teuer die Werkstattkosten für Elektroautos sind, da bisher wenige Erfahrungswerte vorliegen. Wichtig ist es, wie bei jedem Benziner oder Diesel auch, immer eine gute Festpreis Werkstatt wie zum Beispiel caroobi in der Hinterhand zu haben, damit später die Rechnung nicht für Überraschungen sorgt. Dennoch lassen sich einige Modelle hierzulande gut verkaufen. Wir stellen die meistgekauften Elektroautos vor.

Statistik über die Anzahl verkaufter Elektroautos in Deutschland nach Modellen im ersten Halbjahr 2018

Unter „Sonstige finden sich namhafte Vertretet wie Teslas Model S oder der VW e-Up. Quelle: EAFO, Statista.com

Platz 1: Renault Zoe

Der Renault Zoe ist bereits seit 2013 im Handel und hat sich seither zum beliebtesten Elektroauto in ganz Europa entwickelt. In den letzten Jahren lag der französische Stadtflitzer daher auch immer vorn, wenn es um die Absatzzahlen von Elektroautos ging. Einen weiteren Schub dürfte Renault dem Einsatz einer neuen Batterie verdanken. Seit 2017 wird der Zoe von einer Batterie mit Energie versorgt, die doppelt so viele Kilowattstunden speichert. Waren es bisher nur 22 kWh, sind es nun 41. Damit kommt das Elektroauto aus Frankreich auf eine Reichweite zwischen 300 und 400 km – natürlich nur bei entsprechender Fahrweise.
Wird die Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h ausgereizt, liegt die Reichweite nur noch bei etwa der Hälfte. Dennoch konnten im ersten Halbjahr 2018 bereits mehr als 3.000 Einheiten in Deutschland verkauft werden. 2017 waren es insgesamt 4.322, so dass dieser Wert übertroffen werden könnte. Die Preise beginnen in der Standardausführung bei 21.900 Euro mit einer Leihbatterie. Wird die Batterie gekauft, sind mindestens 29.900 Euro zu bezahlen.

Platz 2: VW e-Golf

Dicht auf den Fersen ist dem Renault die Elektrovariante des Golfs. Kein Wunder, dass der Volkswagen auch bei den Elektromobilen in der Absatzliste vorne mitmischt, ist er doch bei den klassischen Antrieben das meistverkaufte Auto in Deutschland. Als Stromer ist der Golf bei Standardausstattung mit 35.900 Euro etwas teurer als der Renault, bietet dafür aber bekanntes Golf-Feeling.
Die kombinierte Reichweite nach WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) ist mit maximal 231 km jedoch weiterhin etwas knapp bemessen. Eine größere Batterie mit 35,8 kWh wurde im Vergleich zum Vorgängermodell bereits integriert. Dafür kommt der e-Golf auf eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h und kann auch bei der Ausstattung punkten. Technologische Fortschritte werden in Zukunft das elektronische Aushängeschild von Volkswagen sicher weiter vorantreiben.

Platz 3: Smart Fortwo

Von der Daimler-Tochter Smart gibt es bislang vier Elektromodelle. Die erfolgreichste Variante stellt der Smart Fortwo dar. Im ersten Halbjahr 2018 wurden 2.720 Einheiten dieses Modells neu zugelassen. Im gesamten Jahr 2017 waren es ebenfalls knapp 3.000. Der Anstieg ist nicht nur mit dem gesteigerten Interesse von Käufern verbunden, sondern auch mit dem Carsharing-Projekt einer weiteren Tochterfirma von Daimler: Car2go.
Der elektronische Flitzer ist wie seine klassischen Brüder für den Stadtverkehr ausgelegt und kommt auf eine Spitzengeschwindigkeit von 130 km/h. Die Reichweite ist mit 160 Kilometern jedoch selbst für den Stadtverkehr sehr gering, außer man hat die Möglichkeit, an mehreren Stellen zu laden. Da es aber auch Ladekabel für die Haushaltssteckdose von Smart gibt, ist dies meist gegeben. Die Serienausstattung der Elektrovariante des Fortwo ist für 21.940 Euro zu haben und damit fast doppelt so teuer wie die Variante mit fossilem Brennstoff.

Platz 4: Kia Soul

Etwas weiter als der Smart kommt der Kia Soul. Dank einer 30 kWh Lithium-Ionen-Polymer-Batterie ist eine Reichweite bis zu 250 km möglich. In der Spitze erreicht der kleine Südkoreaner 145 km/h und ist damit sowohl für die Stadt als auch für die Autobahn geeignet. Das haben auch 2.447 Kunden im ersten Halbjahr 2018 so gesehen und sich einen neuen Kia Soul angeschafft. Im Vergleich zu 2017 (2.933) ist auch hier ein Anstieg zu erwarten. Knapp 30.000 Euro werden für den Soul in der Serienausstattung fällig.

Platz 5: BMW i3

BMW schaffte im ersten Halbjahr 2018 ebenfalls die 2.000er-Marke. Der elektrische Kleinwagen aus München befindet sich seit seiner Einführung im Jahr 2013 ebenfalls ständig in den Top-Listen der Elektroautos in Deutschland wieder. Gründe dafür sind neben der bayerischen Qualität eine Fahrgastzelle aus Carbon, die den i3 bei hoher Stabilität trotzdem leicht halten.
Zudem weiß der Motor zu überzeugen: 150 km/h als Höchstgeschwindigkeit können sich bei Elektromobilen durchaus sehen lassen. Eine kombinierte Reichweite von bis zu 260 Kilometern ist möglich. Dafür sorgt eine Lithium-Ionen-Batterie mit 42,2 kWh Leistung. Für den elektrischen BMW muss jedoch etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden. Die Freude am elektrischen Fahren geht erst ab 38.000 Euro los.

Elektrisierende Zukunft in Deutschland

E-Autos werden geladen

So sieht sie aus, die grüne Zukunft im Verkehr. Quelle: Pixabay

Die beliebtesten Modelle sind allesamt Kleinwagen und vornehmlich für den Stadtverkehr gedacht. Das Problem der Reichweite besteht weiterhin, auch wenn hier an allerlei Lösungen gearbeitet wird. Die wachsende Infrastruktur für E-Autos wird weiterhin zum Aufschwung beitragen. Überdies gibt es interessante Forschungsprojekte, die die alternative Mobilität vorantreiben. Schwedische Forscher arbeiten beispielsweise an einem energiespeichernden Spezial-Carbon, das als Karosserie und gleichzeitig als Batterie fungieren könnte. Im Gegensatz zum Bio-Kraftstoff E10 wird die Elektromobilität die Nachhaltigkeit bei der Beförderung damit nachhaltig umweltfreundlich beeinflussen.

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