Mandalika - © Dorna Sports

© Dorna Sports – In Mandalika auf Lombok in Indonesien findet erstmals ein MotoGP-Rennen statt

(Motorsport-Total.com) – Für das Comeback der Motorrad-WM nach 25 Jahren in Indonesien ist an diesem Wochenende sowohl mit Regen als auch mit Hitze zu rechnen.

Fuhr man im Jahr 1997 noch in Sentul, so geht es diesmal auf der brandneuen Rennstrecke in Mandalika auf der Insel Lombok rund.

Fahrer und Teams stellen sich für das zweite Rennwochenende der MotoGP-Saison 2022 auf eine echte Belastungsprobe ein. Bei 44 Grad Celsius Lufttemperatur wurden am Donnerstag auf dem (großteils neuen) Belag des 4,3 Kilometer langen Mandalika-Kurses sage und schreibe 65 Grad Celsius Asphalttemperatur gemessen!

„So eine Hitze wie heute habe ich überhaupt noch nicht erlebt. Es ist einfach verrückt“, stöhnt Aleix Espargaro und warnt: „Das geht natürlich an die Kondition. Ehrlich gesagt mache ich mir ein bisschen Sorgen. Mehr oder besser trainieren als ich es ohnehin schon tue, kann ich einfach nicht. Ich habe mich bestmöglich vorbereitet. Jetzt muss ich halt einfach sehen, ob das genug war oder nicht.“

Stellen wird sich Aprilia-Pilot Espargaro der Herausforderung an diesem Wochenende auf jeden Fall. „Irgendwo mag ich das ja, weil ich mich natürlich als Athlet gerne beweise und an meine Grenzen gehe. Es ist aber schon so, dass es an Tagen wie heute nicht mehr viel Spielraum gibt.“

Marc Marquez meint dazu: „Man muss sich ja nur mal unsere Gesichter anschauen, wenn wir gerade ein Rennen beendet haben. Da sind wir komplett fertig! Keine Frage, wenn du heutzutage in einem MotoGP-Rennen schnell und konstant sein willst, musst du absolut fit sein.“

„Fitness ist die Grundvoraussetzung. Wenn man damit irgendwie Schwierigkeiten hat, dann hat man ernsthafte Probleme“, betont Marquez und unterstreicht: „Für mich besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass das, was wir hier machen, ein richtiger Sport ist und dass wir richtige Athleten sind.“

Franco Morbidelli glaubt, dass die Hitze am Indonesien-Wochenende „für alle eine Belastung wird“ und meint für sich selbst gesprochen: „Ich denke, ich sollte klarkommen. In Katar kam ich gut zurecht und beim [Indonesien-]Test konnte ich mich schon mal an die Bedingungen hier gewöhnen. Trotzdem wird es natürlich interessant zu sehen, ob die Hitze jemanden irgendwie beeinträchtigen wird, und wenn ja, inwiefern.“

Aleix Espargaro merkt in diesem Zusammenhang noch an, dass die Hitze nicht nur für die Piloten, sondern auch für das Material eine Herausforderung ist. „Da wir mit einem sehr heißen Wochenende rechnen, haben wir ein paar Kleinigkeiten in der Schublade, die einen großen Unterschied bewirken können. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Motoren recht klein sind, aber trotzdem 300 PS leisten. Da braucht es natürlich ausreichend Kühlung.“

Die aktuellen Bedingungen mit über 40 Grad Celsius Luft- und über 60 Grad Celsius Asphalttemperatur sind für Espargaro schon am Tag vor Trainingsbeginn „absolut das Limit“, wie er sagt. „Das sind Werte, bei denen es sowohl für den Körper, aber auch für das Material anfängt gefährlich zu werden“, unterstreicht er seine Bedenken und hofft, die Renndistanz von 27 Runden am Sonntag durchzustehen.

Text von M. Fritzsche, Co-Autoren: G. Garcia Casanova, M. Nugnes

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