Jorge Lorenzo - © LAT

© LAT – Jorge Lorenzo könnte im Fall
einer Verlängerung eine Gehaltskürzung drohen

In der MotoGP-Saison 2018 werden einige neue Verträge unterzeichnet werden. Auch beim Werksteam aus Italien müssen Andrea Dovizioso und Jorge Lorenzo erst um eine Vertragsverlängerung fahren.

Ducati möchte zwar mit den beiden Topstars weiterarbeiten, jedoch nicht um jeden Preis. Während der Vizeweltmeister des Vorjahres auf eine Gehaltserhöhung hoffen darf, muss der fünffache Champion wohl Einschnitte hinnehmen.

„Unsere Absicht ist es natürlich, mit beiden weiterhin zu arbeiten. Allerdings gibt es ein finanzielles Limit“, erklärt Paolo Ciabatti gegenüber ‚Motorsport-Total.com‘. Der Ducati-Sportdirektor wird zuerst die finanzielle Lage des Ducati-Teams beurteilen müssen, bevor er den Piloten ein neues Angebot unterbreitet. Mit Telecom Italia ist zuletzt ein wichtiger Sponsor ausgestiegen. „Es ist ganz klar, dass die Situation diesmal eine andere ist als noch 2016.“

Vor drei Jahren lag Jorge Lorenzo in der WM-Tabelle noch an der Spitze, 2016 folgte der dritte Platz hinter Ex-Teamkollege Valentino Rossi und Marc Marquez. 2017 lieferte er in seinem Ducati-Debütjahr schließlich seine bisher schlechteste MotoGP-Saison ab (WM-Platz sieben). Bislang konnte der Mallorquiner noch keinen Sieg mit den Roten feiern, während Dovizioso 2017 sechsmal vom obersten Treppchen lächelte. Ciabatti erinnert sich: „Als wir Jorge unter Vertrag genommen haben, lag gleichzeitig ein spannendes Angebot von Yamaha auf dem Tisch. Sie wollten ihn für zwei weitere Jahre haben, außerdem war er zu jenem Zeitpunkt der amtierende Weltmeister.“

Doch Lorenzo entschied sich für kolportierte zwölf Millionen Euro Jahresgehalt und damit den Wechsel auf die Desmosedici. Das Gerede über seine hohe Gage kann der Ex-Champion nicht nachvollziehen: „Ich habe einen guten Vertrag, weil ich einen sehr hohen Marktwert hatte“, stellte er bei der Ducati-Teampräsentation klar. „Ich war fünffacher Weltmeister, als ich den Vertrag unterzeichnete. Ich kämpfte neun Jahre lang um WM-Titel.“ 2017 riss diese Serie, dreimal stand er auf dem Podium.

Bei dieser Ausgangslage wird es eine Vertragsverlängerung ohne Einschnitte wohl nicht geben. Ciabatti kündigt bereits eine Reduktion des Lorenzo-Gehalts an. Als man den Spanier ins Team holte, musste er mit einem dicken Köder gelockt werden, dies sei ein „spezieller Moment“ gewesen. 2018 sieht die Realität etwas anders aus: „Ich denke nicht, dass wir ihm noch einmal so viel Geld bezahlen werden.“

Während Lorenzo als teuerster Pilot im MotoGP-Feld 2017 nur WM-Platz sieben eroberte, fuhr Teamkollege Dovizioso gegen Marquez bis zum letzten Rennen um die Krone – und das mit zehn Millionen weniger Gehalt als der Garagennachbar. „Als wir den Vertrag mit Andrea Mitte 2016 verlängert haben, hatte er bis dahin noch kein Rennen mit Ducati gewonnen. Wir werden ihn bestimmt für seine vergangene Saison belohnen.“ Ducati weiß, dass die Erfolgsbilanz des Italieners in den Verhandlungen ausschlaggebend sein könnte. „Er befindet sich daher jetzt in einer stärkeren Position für Verhandlungen als noch zuvor.“

Text von Maria Reyer & Oriol Puigdemont

Motorsport-Total.com
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