Cal Crutchlow - © LAT

© LAT – Cal Crutchlow markierte die erste
Bestzeit auf dem neuen Chang-International-Circuit

Die MotoGP-Wintertests werden an diesem Wochenende auf dem neuen Chang-International-Circuit in Thailand fortgesetzt.

Da der Kurs für alle Fahrer und Teams neu ist, ging es am ersten Tag in erster Linie darum, die richtigen Linien zu finden und das Set-up anzupassen. Trotz Lufttemperaturen von fast 40 Grad Celsius waren die Rundenzeiten sofort extrem schnell.

Die Bestzeit markierte Cal Crutchlow (LCR-Honda) mit 1:30.797 Minuten. Zum Vergleich liegt der Pole-Rekord der Superbike-WM (mit Qualifying-Reifen!) von Jonathan Rea bei 1:32.957 Minuten.

Das Layout des neuen 4,5 Kilometer langen Kurses mit seinen zwölf Kurven ist relativ einfach. Die Fahrer hatten keine Mühe, die Ideallinie zu finden. Der Asphalt war für eine neue Strecke auch relativ sauber und bot guten Grip. Demnach waren die Zeitabstände auch sehr gering. 20 Fahrer befanden sich in einer Sekunde. Trotzdem gibt es auch knifflige Stellen. In der engen Zielkurve rutschten im Laufe des Tages Crutchlow, Alvaro Bautista und Dani Pedrosa aus. Tito Rabat erwischte es in Kurve 7 und Xavier Simeon in Kurve 10. KTM-Testfahrer Mika Kallio suchte nach einem Crash das Medical Center auf und lies sich den Rücken röntgen.

Für den Abend ist ein Treffen der Sicherheitskommission angesetzt. Laut erstem Feedback der Fahrer könnten einige Auslaufzonen vergrößert und die Ausfahrt der Boxengasse angepasst werden. Trotz der Hitze war den ganzen Tag über auf der Strecke viel los. Honda präsentierte keine Neuheiten und setzte die Entwicklung der vergangenen beiden Tests in Valencia und Sepang fort. Marquez war auf Anhieb schnell und hielt lange die Bestzeit, bevor er noch auf Platz drei zurückfiel. Auch Pedrosa fuhr nach seinem Sturz weiter. Er beendete den Tag auf Platz fünf.

Ducati wird sich bei diesem Test auf die Aerodynamik konzentrieren. Das italienische Team hat zwei neue Aero-Verkleidungen im Gepäck. Dovizioso fuhr wie wo oft zunächst mit der Standard-Verkleidung, testete aber ein neues Chassis. Der Vizeweltmeister rückte am Nachmittag mit einer neuen „Winglet“-Version aus. Jorge Lorenzo arbeitete zunächst mit seiner Verkleidung, die er in Sepang erhalten hat. Am Nachmittag erhielt auch er eine neue Verkleidung, die sich deutlich von Doviziosos unterscheidet. Im Klassement wurde der Spanier Zehnter, Dovizioso war als Vierter etwas schneller.

Yamaha arbeitete mit jener Aero-Verkleidung weiter, die in Sepang präsentiert wurde. Es gibt keine neuen Teile für Valentino Rossi, der am Freitag seinen 39. Geburtstag feiert, und Maverick Vinales. Für Yamaha geht es bei diesem Test darum herauszufinden, ob es weiterhin Probleme mit dem Grip gibt. Michelin hat für diesen Test übrigens die gleichen Reifen mitgebracht, die im Vorjahr bei den Rennen in Brünn, Termas de Rio Hondo, auf dem Sachsenring und in Sepang verwendet wurden. Rossi fehlten knapp vier Zehntelsekunden auf die Spitze. Das bedeutete Rang acht. Vinales landete an der elften Stelle.

Mit der zweitbesten Zeit setzte sich Alex Rins in Szene. Suzuki soll ebenfalls eine neue Verkleidung im Gepäck haben, zeigte sie aber noch nicht. Am Samstag will man sie montieren. Dafür wurde schon ein neuer Auspuff von Akrapovic getestet. Suzuki möchte bei diesem Test die finale Konfiguration bei Chassis und Motor festlegen. Es handelt sich um Detailarbeit, um das finale Paket für Katar zusammenzustellen. Auch Iannone war als Neunter in den Top 10 zu finden.

KTM fährt in Thailand mit Bradley Smith und Testfahrer Mika Kallio, da Pol Espargaro nach seiner Operation noch pausieren muss. Das österreichische Team hat viel Arbeit, da man im Gegensatz zu den anderen Herstellern keine Daten aus der Superbike-WM verwenden kann. Außerdem schmerzt der Ausfall von Espargaro, der sich in Sepang verletzt hat. „Wir konnten dort nicht alles testen, da Pol am zweiten Tag nicht mehr auf dem Motorrad saß“, sagt Technikdirektor Mike Leitner. „Deshalb haben wir dort etwas Zeit verloren, die wir hier aufholen wollen.“ Mit einer knappen Sekunde Rückstand klassierte sich Smith als 20.

Bei Aprilia setzten Aleix Espargaro und Scott Redding die Vergleiche zwischen dem 2017er- und 2018er-Motorrad fort. Jeder hat ein neues Bike in der Garage stehen. Bei Reddings neuem Motorrad gab es am Vormittag allerdings technische Probleme (Motorschaden), weshalb er mit der alten Version fahren musste. Außerdem experimentiert der Brite mit einer Daumenbremse. Beide Aprilia-Fahrer landeten außerhalb der Top 10.

Aus der Riege der Privatteams stach Crutchlow (LCR) mit der Bestzeit heraus, die der Brite in der letzten Stunde aufstellte. Er ist weiterhin in das Testprogramm von Honda eingebunden und testete einige Teile. Optisch gab es bei Johann Zarcos Tech-3-Yamaha Neuerungen. Der Franzose verwendet das alte 2016er-Chassis, aber mit der neuen Aero-Verkleidung. Bei Pramac führte Danilo Petrucci Vergleiche mit der Ducati GP17 und GP18 durch und verwendete die Sepang-Verkleidung von Lorenzo. Teamkollege Jack Miller hat nur ein Motorrad ohne Winglets zur Verfügung.

Die Rookies im Feld waren im Klassement weit hinten zu finden. Takaaki Nakagami und Franco Morbidelli waren auf den Positionen 17 und 19 zu finden, hatten aber etwas weniger als eine Sekunde Rückstand. Der Schweizer Tom Lüthi tat sich schwer. Ihm fehlten fast zwei Sekunden auf die Spitze und eine Sekunde auf seinen Teamkollegen Franco Morbidelli. Simeon wurde nach seinem Crash 22. An der letzten Stelle war Hafizh Syahrin zu finden, der bei Tech 3 den Platz von Jonas Folger übernehmen soll. Es war sein erster Tag auf einem MotoGP-Bike.
Der zweite Wintertest wird am Samstag und Sonntag fortgesetzt.

Testzeiten aus Thailand (Freitag):

01. Cal Crutchlow (LCR-Honda) – 1:30.797 (70 Runden)
02. Alex Rins (Suzuki) +0,012 Sekunden (70)
03. Marc Marquez (Honda) +0,115 (78)
04. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,148 (60)
05. Dani Pedrosa (Honda) +0,163 (75)
06. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +0,206 (74)
07. Jack Miller (Pramac-Ducati) +0,247 (83)
08. Valentino Rossi (Yamaha) +0,392 (74)
09. Andrea Iannone (Suzuki) +0,438 (78)
10. Jorge Lorenzo (Ducati) +0,449 (64)
11. Maverick Vinales (Yamaha) +0,497 (70)
12. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) +0,508 (67)
13. Tito Rabat (Avintia-Ducati) +0,726 (85)
14. Alvaro Bautista (Angel-Nieto-Team) +0,728 (84)
15. Aleix Espargaro (Aprilia) +0,856 (62)
16. Scott Redding (Aprilia) +0,888 (59)
17. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +0,895 (87)
18. Karel Abraham (Angel-Nieto-Team) +0,901 (82)
19. Franco Morbidelli (Marc-VDS-Honda) +0,932 (72)
20. Bradley Smith (KTM) +0,944 (67)
21. Tom Lüthi (Marc-VDS-Honda) +1,919 (79)
22. Xavier Simeon (Avintia-Ducati) +1,923 (50)
23. Mika Kallio (KTM) +1,952 (48)
24. Hafizh Syahrin (Tech-3-Yamaha) +2,368 (70)

Text von Maria Reyer & Oriol Puigdemont

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