Maverick Vinales und Valentino Rossi - © Yamaha

© Yamaha – Maverick Vinales und Valentino Rossi
bei einem Promotion-Event auf den Philippinen

Mit dem Chang International Circuit betreten die MotoGP-Teams Neuland.

Von Freitag bis Sonntag stehen Valentino Rossi, Marc Marquez, Andrea Dovizioso und Co. drei Testtage zur Verfügung. Diese sind nicht nur mit Blick auf den Saisonauftakt in einem knappen Monat wichtig, sondern auch für die Rennpremiere in Thailand, die für den 7. Oktober angesetzt ist.

Kein aktueller MotoGP-Fahrer ist bisher auf dieser 4,6 Kilometer langen Strecke gefahren.

„Natürlich hat man mehr Arbeit“, sagt Rossi über die Herangehensweise an eine neue Strecke. „Dieser Test ist sehr wichtig, um den Asphalt kennenzulernen und zu verstehen, welche Reifen man verwenden muss. Natürlich muss man die richtige Abstimmung finden. Als Fahrer muss man die richtigen Linien suchen. Diese drei Tage sind sehr wichtig, damit man viele Daten für das Rennen im Oktober hat. An einem Rennwochenende hat man nur wenig Zeit für diese Arbeit.“

bwohl es sich nur um einen Test handelt, ist die Begeisterung für die Motorrad-WM in diesem Teil der Erde immens. Vor den Hotels warteten schon unzählige Fans, um einmal die Stars hautnah zu erleben und vielleicht ein Selfie zu ergattern. „Es gibt viele Leute hier, die die MotoGP verfolgen“, lacht Weltmeister Marquez. „Bereits am Flughafen warteten die Fans. Es wird ein schöner Grand Prix. Es ist wichtig für Honda, Yamaha und alle anderen Hersteller, in diesem Teil der Welt zu fahren.“

Die meisten Teams veranstalteten im Vorfeld des Tests auch Promotion-Events. Es wurde deutlich, dass die MotoGP-Fahrer wie Rockstars gefeiert werden. „Die MotoGP wächst hier stark“, weiß auch Dani Pedrosa. „Seit einigen Jahren gibt es hier so viele Fans. Es ist großartig, dass wir einen weiteren Grand Prix in dieser Gegend haben. Ich bin gespannt, wie viele Fans beim Grand Prix auf den Tribünen sein werden. Man fühlt sich wie ein Rockstar, wenn man sieht, wie sehr es die Fans genießen.“

Informationen von der Superbike-WM
Nun müssen sich die Fahrer der Arbeit widmen. Da es keine Simulatoren gibt, sieht die Vorbereitung anders als in der Formel 1 aus. „Ich habe mir Superbike-Videos angesehen“, berichtet Johann Zarco. „Mein erstes Gefühl war, dass diese Strecke wie Spielberg ist – nur flach. Ich bin jetzt viele Runden mit dem Moped gefahren und bin die Strecke auch abgelaufen. Mir gefällt es und sie wird einfach zu lernen sein. Alle werden eng beisammen sein. Ich rechne mit engen Abständen zwischen den Top 10 oder Top 15. Das könnte es kompliziert machen.“

„Mir gefallen die beiden lange Geraden. Die Zielgerade ist nicht so lang, die Gegengerade ist länger, aber nicht so lang wie erwartet. Das ist für Yamaha positiv. Ich erwarte dort Ducati sehr stark“, gibt Zarco seine Einschätzung ab. „Ich hoffe, dass auch Yamaha einen Vorteil hat, denn in den Kurven fünf bis zwölf ist nur Turning gefragt. Das könnte ein guter Punkt für die Yamaha sein. Diese Kurven mit den Richtungswechseln muss man mit konstantem Speed fahren. Das macht mich glücklich.“

Abstimmung des Getriebes sehr wichtig
Neben Asphalt und Reifen ist auch ein weiterer Aspekt zumindest am ersten Testtag sehr wichtig. „Das Getriebe“, betont Pedrosa. „Weil man zunächst raten muss, welchen Gang man nehmen muss und wie schnell die Kurven sind. Die Linie ist intuitiver, einfach zu verstehen sobald man fährt. Man muss die Kurve aber im richtigen Gang fahren. Das ist einer der wichtigen Punkte.“ Die Topingenieure müssen sich auf theoretische Erfahrungswerte verlassen und nach den ersten Runden korrigieren.

Dass die Superbiker die Strecke schon gut kennen, ist für die MotoGP-Techniker ein Vorteil. Zarco glaubt, dass das Werksteam Daten vom SBK-Team erhalten hat. „Wir haben eine Basis, mit welchen Gängen wir in die Kurven fahren müssen. Aber es kommt auf das Gefühl für den Fahrer und auch seine Erfahrung an. Man weiß mehr oder weniger welchen Gang man in welcher Kurve wählen muss. Nach dem ersten Tag werden wir einen Eindruck vom Getriebe haben und gegebenenfalls mit der Abstimmung der Zahnräder spielen.“

Da der Chang-Circuit flach ist und vom Layout her nicht zu kompliziert aussieht, glauben die Fahrer nicht, dass er schwierig zu lernen sein wird. „Für mich wird es einfach, man kennt die Linien sehr schnell“, sagt Zarco. „Texas ist mit 20 Kurven komplizierter. Aber einfach heißt auch, dass viele Fahrer schnell sein werden. Es gibt aber nur einen Sieger. Die Superbiker haben zwei Rennen, aber in der MotoGP gibt es nur eins.“

Von Freitag bis Sonntag wird von 09.30 – 17.30 Uhr (unsere Zeit: 03.30 – 11.30) getestet.

Text von Gerald Dirnbeck & Oriol Puigdemont

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