Toprak Razgatlioglu - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Toprak Razgatlioglu bekommt im Juni die Chance, die Yamaha M1 zu testen

(Motorsport-Total.com) – Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu wird im Juni die MotoGP-Maschine von Yamaha testen.

Bereits im November sollte der Superbike-Weltmeister die Chance bekommen, mit der Yamaha M1 erste Erfahrungen zu sammeln, doch das späte Saisonfinale der WSBK ruinierte diesen Plan.

Der Test von Razgatlioglu wird mit Spannung erwartet, denn noch ist unklar, in welcher Konstellation Yamaha in der MotoGP-Saison 2023 an den Start geht.

Wir haben exklusiv mit Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis über den Test des Superbike-Champions der vergangenen Saison gesprochen. Ist der Test eher eine Belohnung oder eine ernsthafte Testmöglichkeit, um eine Entscheidung für 2023 zu treffen?

MotoGP-Test als Belohnung oder als Casting?
„Ich würde sagen, dass es beides ist“, kommentiert Lin Jarvis. „Der WM-Titel im vergangenen Jahr war eine große Heldentat. Es war unser erster Titel seit 2009. Das war eine große Errungenschaft. Wir schätzen und respektieren das sehr.“

„Einen Test mit der M1 hatten wir eher anvisiert als er schlussendlich stattfinden wird. Es kam nicht zustande, weil seine Meisterschaft so lange ging. Es gibt viele Gründe, warum es nicht eher realisiert werden konnte“, kommentiert der Yamaha-Rennleiter.

Toprak Razgatlioglu in der MotoGP ist „eine Überlegung wert“
„Sicher ist es eine Überlegung wert, ihn in die MotoGP zu holen“, gesteht Lin Jarvis mit Blick auf die kommende MotoGP-Saison. „Wir haben ihm gesagt, dass er den Wechsel lieber eher als später machen soll, sofern er wechseln möchte. Er feiert in diesem Jahr seinen 26. Geburtstag. Wenn er in die MotoGP möchte, dann sollte er bald wechseln.“

„Wir haben einen Test im Juni mit ihm geplant. Wir stellen ein komplettes Team bereit und ermöglichen einen kompletten Testtag. Es ist die erste Chance, um zu sehen, wie er mit diesem Motorrad zurechtkommt“, erklärt Lin Jarvis und fügt hinzu: „Ich denke, dass er in der MotoGP definitiv ein Fahrer mit Potenzial sein kann.“

Platz im Werksteam für Toprak Razgatlioglu eine Voraussetzung
Toprak Razgatlioglu zeigt durchaus Interesse an einem Wechsel in die Königsklasse. Sein Manager Kenan Sofuoglu allerdings setzt einen Platz im Yamaha-Werksteam voraus, was in der Praxis schwierig werden könnte.

MotoGP-Weltmeister Fabio Quartararo steht laut Insidern kurz vor einer Vertragsverlängerung und Teamkollege Franco Morbidelli hat einen Vertrag bis Ende 2023.

Allerdings waren Morbidellis Leistungen zuletzt enttäuschend. Yamaha steigerte bereits den Druck auf den Vize-Champion der Saison 2020 und erwartet bessere Ergebnisse. Könnte Morbidelli sonst seinen Platz an Razgatlioglu verlieren, der seit der WSBK-Saison 2020 Yamaha-Werkspilot ist?

Alternative zur MotoGP: Zukunft in der Superbike-WM
„In der Superbike-WM hat er einen Werksvertrag. Natürlich möchte jeder Fahrer für das Werksteam fahren. Diese Chance bietet sich aber vermutlich 2023 nicht“, grübelt Lin Jarvis.

„Die einzige Möglichkeit wäre, ihm einen Werksvertrag im Satelliten-Team anzubieten. Doch dafür ist es noch zu zeitig. Zudem wissen wir noch nicht, ob das für ihn interessant oder akzeptabel wäre.“

„Er hat einen Vertrag mit Yamaha-Europa, der über 2022 hinaus geht“, deutet Lin Jarvis die Vertragsverlängerung im Sommer 2021 an und pokert: „Er könnte also auch in der Superbike-WM bleiben. Es gibt viele Wege, eine gute Karriere zu haben, wie Johnny Rea sicher bestätigen kann.“

Text von Sebastian Fränzschky, Co-Autor: Lewis Duncan

Motorsport-Total.com
Quelle, Infos, Hintergrundberichte: www.motorsport-total.com/
Motorsport-Total auf Facebook
Motorsport-Total auf Twitter

Dieser Beitrag wurde unter Racing abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert