Kernschrott - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Die Bikes von Lorenzo Savadori und Dani Pedrosa waren danach Kernschrott

(Motorsport-Total.com) – Es war die Schrecksekunde beim Steiermark-Grand-Prix in Spielberg: Im Rennen lief die dritte Runde, als in Kurve 3 plötzlich zwei Motorräder mitten auf der Strecke lagen und Feuer fingen. Schnell wurden rote Flaggen geschwenkt.

Während der Rest des Feldes zurück an die Box fuhr, lösten Replays die bis dahin unklare Situation auf: Dani Pedrosa, der in Spielberg für KTM mit einer Wildcard an den Start ging, war ausgangs der Kurve gestürzt, sein Bike blieb mitten auf der Strecke liegen. Die direkt nachfolgenden Fahrer konnten noch ausweichen.

Doch Lorenzo Savadori fuhr mit seiner Aprilia direkt in die havarierte KTM. Beide Motorräder gingen daraufhin in Flammen auf. Pedrosa, an dem einige Piloten nur haarscharf vorbeigeschrammt waren, hatte sich da bereits an den Streckenrand gerettet. Auch Savadori konnte sich zum Glück rasch in Sicherheit bringen.

Savadori muss am Knöchel operiert werden
Während Pedrosa ohne Blessuren davonkam und beim Neustart des Rennens mit seiner zweiten KTM antrat, um am Ende einen zehnten Platz einzufahren, verzichtete Savadori auf eine Rennteilnahme. Nach einem ersten Check-up im Medical Centre erhielt er zwar die Freigabe, bewegte sich aber humpelnd durchs Paddock.

Weitere Untersuchungen ergaben, dass sich der Italiener den rechten Außenknöchel gebrochen hat. „Er wird morgen operiert, um Ende des Monats in Silverstone wieder an den Start gehen zu können“, hieß es in einem Statement seitens Aprilia.

Pedrosa gab nach dem Vorfall zu: „Ich hatte großes Glück. Ich glaube nicht, dass ich so eine Situation in meiner Karriere schon einmal erlebt habe. Deshalb war es ein kleiner Schock, als ich all die Motorräder auf der einen und auf der anderen Seite an mir vorbeifahren sah. Aber zum Glück ging für mich alles gut aus.“

Pedrosa hat keine Erklärung für seinen Sturz
Seinen Sturz, der für das Feuerdrama ursächlich war, konnte sich der Spanier nicht erklären. „Ich weiß nicht, warum ich diesen Sturz hatte“, gibt er zu. „Vielleicht habe ich die Innenlinie berührt oder der Reifen war auf der rechten Seite zu kalt. Ich bin vorne mit der harten Mischung gefahren. Die Bedingungen waren kühl.“

„Ich weiß nicht warum. Ich bin mit maximalem Winkel in die Kurve gefahren und habe versucht, das Motorrad aus der Kurve heraus aufzurichten, aber es ging nicht und ich blieb auf dem Boden. Ich drehte mich in der Mitte der Strecke, leider traf Savadori mein Motorrad und er hat sich verletzt. Das tut mir leid für ihn.“

Trotz des Schocks entschied sich Pedrosa, mit seinem Zweitbike zum Neustart wieder anzutreten, auch wenn ihm klar war, dass es sich nicht um sein favorisiertes Motorrad handelte: „Wir hatten damit während des Wochenendes ein paar Probleme.“

„Das eine Motorrad funktionierte besser als das andere“, erklärt der KTM-Pilot. „Ich ließ es zu Beginn deshalb etwas ruhiger angehen. Ich war nicht so fokussiert wie beim ersten Start. Ich vergaß sogar, das Start Device zu aktivieren. Entsprechend bescheiden war der Start. In den ersten Runden verlor ich Positionen.“

„Aber ich machte mir nicht allzu viele Gedanken darüber. Ich wollte einfach nur durchkommen. Zur Mitte des Rennens war mein Rhythmus gut, auch wenn die Reifen nicht so gut funktionierten wie in den Trainings. Es war leicht zu stürzen“, so Pedrosa.

„Ich profitierte von den Fehlern der anderen und konnte zu den Marquez-Brüdern und Bagnaia aufschließen. Meine Pace war gut und insgesamt bin ich mit dem Wochenende zufrieden. Wir haben einiges gelernt – Erwartbares und Überraschendes. Das ist positiv für KTM.“ Am Ende wurde er mit einer Top-10-Platzierung belohnt.

Text von Juliane Ziegengeist

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