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© LAT – Jorge Lorenzos Motorrad ließ sich nach dem Kettendefekt nur noch schieben

(Motorsport-Total.com) – Als Jorge Lorenzo zur Hälfte des MotoGP-Rennens in Austin mit seiner Honda ausrollen musste, vermuteten nicht wenige, dass dem Spanier schon wieder die Kette abgesprungen sein könnte.

Deswegen hatte er das Motorrad bereits im Qualifying am Sonntag neben der Boxenmauer parken und zurück in die Garage zu Bike Nummer zwei hetzen müssen.

Zwar verneinte Lorenzo nach dem Rennen, dass es sich erneut um die Kette gehandelt habe. Dennoch bleibt die Frage, warum Honda der seltene Defekt in Austin schon das zweite Mal passierte, und das innerhalb so kurzer Zeit. Lorenzos Teamkollege Marc Marquez war im vierten Freien Training von Argentinien die Kette nämlich auch vom Ritzel gesprungen.

Lorenzo macht sich Sorgen: „Es ist auch Marc in Argentinien passiert, also ist es das zweite Mal. Offensichtlich gibt es ein Problem, denn eigentlich darf das nicht so oft passieren. Das Team wird die Sache untersuchen und verstehen, was wir tun können, um dies in Zukunft zu vermeiden.“ Glücklicherweise kam durch den Defekt bisher niemand zu Schaden.

Doch Marquez weiß, wie schnell das passieren kann. „Natürlich besteht ein gewisses Risiko, aber sie arbeiten daran“, sagt der Spanier. Cal Crutchlow (LCR-Honda), selbst noch kein Opfer einer losen Kette, äußert sich ähnlich: „Ich kenne die Situation nicht, aber ich bin mir sicher, dass HRC sich das genau ansehen und nach einer Lösung suchen wird.“

Noch hat sich der Hersteller nicht zu den möglichen Ursachen für die Defekte geäußert. Ob sie mit der von Honda verwendeten Carbon-Schwinge in Verbindung stehen, kann aktuell nur gemutmaßt werden. Das Material ist leichter und flexibler als Aluminium. MotoGP-Reporter Simon Crafar glaubt daher an einen Zusammenhang mit den jüngsten Problemen.

„Ich denke, dass HRC die Grenze des Flex gefunden hat, den man in einer Carbon-Schwinge haben kann“, schreibt er auf Twitter. Honda fährt laut Crafar mit einem sehr aggressiven Kompromiss aus Flexibilität und Steifigkeit, um den Grip zu verbessern. Damit steige das Risiko, dass die Kette etwa bei Vollgas aus langsamen Kurven abspringt, so seine Erklärung.

Text von Juliane Ziegengeist, Co-Autor: Gustavo Roche

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