Fabio Quartararo - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Im Ziel lautete die Reihenfolge: Quartararo vor Vinales und Rossi, aber es gibt Sorgen

(Motorsport-Total.com) – Auf dem Papier war der Grand Prix von Andalusien in Jerez, das zweite Rennen der MotoGP-Saison 2020, ein Triumphzug für Yamaha.

Mit Fabio Quartararo aus dem Satellitenteam Petronas und den beiden Werkspiloten Maverick Vinales und Valentino Rossi hat man etwas geschafft, was es seit fast sechs Jahren nicht mehr gegeben hat: drei Yamaha-Fahrer auf dem Podium.

Zuletzt hatten beim Grand Prix von Australien 2014 auf Phillip Island drei Yamaha-Fahrer die Podestbesetzung gebildet. Damals waren es Rossi als Sieger vor Jorge Lorenzo und Bradley Smith, der damals für Tech-3-Yamaha fuhr. Nun also hat Quartararo für Petronas-Yamaha vor Vinales und Rossi gewonnen.

Doch in den Boxen der beiden Yamaha-Teams war es am Sonntag in Jerez eine Zitterpartie. Denn es ging die Angst vor Motorschäden beziehungsweise Defekten im Motorenumfeld um. Quartararos Teamkollege Franco Morbidelli rollte in der 17. von 25 Runden an vierter Stelle liegend aus und musste aufgeben. Anderenfalls wäre es sogar ein Vierfacherfolg für Yamaha-Bikes geworden.

Eine Woche nach Rossis Defekt rollt auch Morbidelli aus
Erst vor genau einer Woche war Rossi beim Saisonauftakt, der ebenfalls in Jerez stattfand, an zehnter Position liegend ausgeschieden. Wie sich später herausstellte, hatte die Elektronik in einen Sicherheitsmodus umgeschaltet, um einen kapitalen Motorschaden zu vermeiden.

Es ist noch nicht bestätigt, aber der Verdacht liegt nahe, dass dies auch auf Morbidelli beim zweiten Jerez-Rennen zutraf. Der Petronas-Yamaha-Pilot sagt nur: „Leider wurde ich von einem technischen Problem gestoppt. So etwas kommt vor. Was die Ursache dafür war, wissen wir noch nicht. Das wird gerade geprüft. Ich weiß nur, dass mein Bike ausgegangen ist.“

Fakt ist: Nach dem Ausfall von Rossi beim ersten Jerez-Rennen wurden kurzerhand zwei Motoren ins Yamaha-Werk nach Japan geschickt. Es handelte sich um den Rennmotor von Rossi und einen Motor von Vinales, den der Spanier in den Freien Trainings gefahren hatte. Diese zwei Motoren wurden in Japan inzwischen geöffnet.

Vinales: Schon jetzt kein frischer Motor mehr im Kontingent
Die Tatsache, dass je einer ihrer Motoren geöffnet wurde, bedeutet: Sowohl Rossi als Vinales haben einen ihrer fünf zulässigen Motoren für die Saison verloren. Beide haben somit nur noch jeweils vier Motoren, um straffrei über die Saison zu kommen. Aber: Vinales hatte alle vier schon für mindestens drei Trainingssitzungen im Einsatz. Den vierten musste er am Samstag „anreißen“.

„Im dritten Freien Training hatte ich ein Problem“, sagt Vinales. „Ich hörte ein merkwürdiges Geräusch und habe das Bike sofort an die Box zurückgebracht. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Im Rennen hatte ich keine Probleme mit dem Motor.“

„Aber“, so Vinales weiter, „bei Franco gab es ein Problem und bei Valentino gab es vorige Woche eins. Daher ist es natürlich sehr wichtig, das abzustellen. Das gilt vor allem deshalb, weil die kommenden Strecken [Brünn und Spielberg] stark auf die Motoren gehen werden.“

Lin Jarvis gibt zu: „Ein bisschen seltsam“
Als Yamaha-Teammanager Lin Jarvis nach dem Dreifacherfolg auf die Motorprobleme angesprochen wird, entgegnet er: „Sicherlich sind wir ein wenig besorgt, weil wir schon zwei Motoren verloren haben und heute kam ein weiterer hinzu. Zum Glück waren es nicht noch mehr. Wir haben drei Fahrer auf dem Podium.“

„Es ist ein bisschen seltsam“, beschreibt Jarvis die Gratwanderung, die man bei Yamaha derzeit vollzieht. „Wir haben mehrere Motoren verloren, hatten aber zwei guten Rennwochenenden.“

„Es kommt jetzt also darauf an, sehr sehr genau zu prüfen, ob das heutige Problem [am Bike von Morbidelli] dasselbe ist, das wir bereits hatten. Und dann kommt es darauf an, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden“, so Jarvis.

WM-Leader Quartararo macht sich (noch) keine Sorgen
Bei Altmeister Rossi, der erstmals seit dem Grand Prix von Amerika 2019 wieder auf das Podest fuhr, ist die aktuelle Situation so, dass er drei seiner vier noch verfügbaren Motoren bereits verwendet hat. Er hat somit im Gegensatz zu Vinales noch einen komplett frischen Motor in seinem Kontingent.

Die Petronas-Yamaha-Piloten Quartararo und Morbidelli haben wie Rossi noch jeweils einen frischen Motor in ihrem Kontingent – Betonung auf „noch“. Wie sieht Quartararo, der die WM-Gesamtwertung nach zwei Siegen aus zwei Rennen mit der Idealpunktzahl von 50 Zählern anführt, die Situation?

„Ich mache mir keine Sorgen“, meint Quartararo. „Als Fahrer ist es unser Job, auf der Strecke Leistung abzuliefern. Falls es ein [technisches] Problem geben sollte, haben wir dafür unzählige Ingenieure, die sich darum kümmern können. Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit bis zum nächsten Rennen. Ich kann nur sagen, dass ich bislang null Probleme mit dem Motor hatte.“

Text von Mario Fritzsche, Co-Autoren: Matteo Nugnes, Lorenza Dadderio

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