Marc Marquez - © LAT

© LAT – Marc Marquez und HRC-Präsident Yoshishige Nomura herzen sich

Für Marc Marquez war der Titelgewinn in der MotoGP 2017 kein klarer Durchmarsch.

Insbesondere zu Beginn der Saison hatte der Spanier mit seiner Honda zu kämpfen. „Die ersten sechs Rennen waren für mich ein Desaster“, blickt er selbst im Gespräch mit ‚Motogp.com‘ zurück. Im Wechsel vom Screamer zum Big-Bang-Motor sieht er die Hauptursache für die Probleme.

„Wir wussten, dass der Wechsel auf einen Motor eine Herausforderung sein würde. In Katar war es noch okay, weil wir dort getestet hatten. Aber in Argentinien war es furchtbar. Doch je mehr Erfahrung wir sammelten, umso besser konnten wir mit der Situation umgehen“, erklärt Marquez weiter. Der 24-Jährige betont, dass insbesondere sein Team ihm in dieser schwierigen Phase eine wichtige Stütze gewesen sei.

„Das Team ist wichtig. Es hilft dir, an dich selbst zu glauben“, so der Weltmeister, der mit in fünf MotoGP-Jahren mit Honda vier WM-Titel feiern konnte – mal klarer, mal knapper. Nachdem er im Saisonfinale von Valencia Mitte November nach dem Titel in der Team- und Herstellerwertung auch den Fahrertitel perfekt machte, sind die Gedanken nicht bei der nächsten Saison, in der er das Triple zu verteidigen gilt.

Livio Suppo hält Marquez für unersetzbar
Nein, schon jetzt wird noch weiter in die Zukunft gedacht. Schließlich läuft Marquez‘ Vertrag mit Honda aus. Und der japanische Hersteller wird alles daran setzen, den Spanier zu halten, machte er in den vergangenen Jahren doch so manche Schwäche des Bikes mit viel Können und einer gewissen Extraportion Risiko wett. Der mittlerweile zurückgetretene HRC-Manager Livio Suppo schwärmte in Valencia nicht umsonst von Marquez.

„Marc ist der beste Fahrer, er ist unersetzbar“, sagte Suppo im Gespräch mit ‚Motorsport-toal.com‘. „Wir wissen, dass er der Fahrer ist, den jeder gerne haben würde, und deshalb wissen wir ihn sehr zu schätzen. Eine Erneuerung seines Vertrages wird von zwei Dingen abhängen: seinem Willen, mit einem anderen Hersteller zu gewinnen, und seinem Gefühl mit dem Motorrad des kommenden Jahres.“

Letzteres scheint schon mal gegeben, denn Marquez fuhr mit dem Prototyp für 2018 beim MotoGP-Test in Valencia in der vergangenen Woche nicht nur die Bestzeit. Er zeigte sich zusammen mit Teamkollege Dani Pedrosa auch so zufrieden mit dem Motorrad, dass beide auf einen erneuten Test in Jerez diese Woche verzichten und ihre Bikes bis zum nächsten offiziellen Termin im Januar wohl ruhen lassen werden.

Marquez-Manager: „Honda immer erste Wahl“
Doch nicht nur das Vertrauen in die Ingenieure ist über die Jahre gewachsen. Auch der Wohlfühlfaktor, ein nicht unerhebliches Erfolgskriterium, ist offenbar gestiegen. Das zumindest legt Marquez selbst nahe, wenn er sagt: „In diesem Jahr habe ich mich bei Honda sehr geschätzt gefühlt.“ Dazu zählt mit Sicherheit auch, dass HRC-Präsident Yoshishige Nomura höchstpersönlich in Valencia gratulierte.

Momentan spricht daher wenig dagegen, dass Marquez seine Erfolgsgeschichte mit Honda auch nach 2018 fortsetzen wird. Sein Manager Emilio Alzamora erklärte in einem Interview mit ‚El Periodico‘ jüngst: „Marc wird niemals vergessen, dass Honda das Unternehmen war, das ihm die Möglichkeit gegeben hat, zu debütieren, zu gewinnen und MotoGP-Titel einzufahren. Für Marc wird Honda immer erste Wahl sein.“

Bis eine Vertragsverlängerung jedoch spruchreif wird, will sich der Weltmeister voll und ganz auf seine Saisonvorbereitung konzentrieren. Trotz Titelgewinns gibt er sich selbstkritisch: „Im nächsten Jahr werde ich mich an die Fehler von 2017 erinnern und nicht an die guten Dinge. Ich werde versuchen, über den Winter zu verstehen, wo ich mich verbessern muss.“ Auf seine neue RC213V wird er jedoch erst in Sepang wieder steigen.

Text von Juliane Ziegengeist & Oriol Puigdemont

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