Toprak Razgatlioglu - © Yamaha

© Yamaha – Toprak Razgatlioglu ließ seine Markenkollegen deutlich hinter sich

(Motorsport-Total.com) – Yamaha erlebte in Aragon einen schwierigen Start in die neue WSBK-Saison.

Weltmeister Toprak Razgatlioglu quetschte seine R1 wie gewohnt bis aufs Letzte aus und erkämpfte sich mit seiner gewohnt aggressiven Fahrweise drei dritte Plätze. Mehr war für Yamaha in Aragon nicht drin.

„Ich bin gelangweilt, weil ich jetzt seit dem vergangenen Wochenende hier bin. Jetzt geht es endlich nach Hause“, scherzt der Titelverteidiger nach dem finalen Rennen im MotorLand Aragon. Razgatlioglu sollte in allen drei Rennen der mit Abstand beste Yamaha-Pilot sein.

Yamaha-Teamkollege Andrea Locatelli verabschiedete sich mit einem Sturz aus dem Aragon-Wochenende und GRT-Pilot Garrett Gerloff konnte die vielversprechenden Ergebnisse der Wintertests nicht in gute Ergebnisse umwandeln.

Warum Toprak Razgatlioglus Fazit positiv ausfällt
Razgatlioglu weiß, dass Aragon die Strecke im Kalender der Superbike-WM ist, auf der er die schlechtesten Voraussetzungen hat. „Bereits in den zurückliegenden Jahren waren wir hier nicht besonders schnell. Ich schaffte es hier nur ein Mal auf das Podium. In diesem Jahr hatten wir einen guten Start mit drei Podestplätzen“, zeigt sich der Weltmeister zufrieden und bilanziert: „Es war ein gutes Wochenende für mich.“

Die Siege in Aragon machten aber Jonathan Rea und Alvaro Bautista untereinander aus. Am Samstag triumphierte Rea mit seiner Kawasaki. Ducati-Rückkehrer Bautista gewann die beiden Rennen am Sonntag und übernahm die WM-Führung.

Razgatlioglu hingegen hatte am Sonntag Mühe, sich gegen Michael Rinaldi (Ducati) durchzusetzen und zwei dritte Plätze sicherzustellen. „Meine Reifen waren in den letzten Runden hinüber. Deshalb konnte ich nicht mit Johnny kämpfen. Platz drei war aber nicht schlecht“, so der Türke.

„Ich erinnere mich daran, wie wir im vergangenen Jahr nach diesem Wochenende hier deutlich stärker wurden. Das wird in diesem Jahr genauso sein, denke ich“, zeigt sich Razgatlioglu optimistisch. Doch mit Alvaro Bautista hat der Titelverteidiger einen neuen Herausforderer.

Bautista konnte in beiden Sonntags-Rennen dem Feld davonfahren und souveräne Siege feiern. Die Szenen erinnerten ein bisschen an die Saison 2019, in der Bautista die elf ersten Rennen gewann. „2019 konnte ich Alvaro in den Rennen nie sehen, weil er immer davonfuhr. Jetzt konnte ich ihn immerhin sehen. Das ist gut“, scherzt Razgatlioglu.

Überraschender Schritt zurück bei der Elektronik
Im Winter hat Yamaha hart gearbeitet, um die R1 für 2022 zu verbessern. Wie die anderen Hersteller konnte Yamaha nur kleine Details verändern, weil es kein neues Homologationsmodell für die neue Saison gab. Im Fokus stand die Arbeit an der Elektronik. Doch in Aragon machte Razgatlioglu einen Schritt zurück.

„Ich kehrte hier zur alten Elektronik zurück, denn damit hatte ich ein besseres Gefühl. Die anderen Yamaha-Piloten verwendeten die neue Elektronik“, berichtet der Champion von 2021. „Die neue Elektronik ist auch gut, aber ich mag einige Dinge der alten Elektronik mehr. Es hängt auch mit der Abstimmung des Motorrads zusammen.“

Toprak Razgatlioglu musste sich bei Michael Rinaldi entschuldigen
Im Superpole-Rennen befand sich Ducati-Pilot Michael Rinaldi auf Kurs zu einem Top-3-Ergebnis. In der letzten Kurve setzte Toprak Razgatlioglu zu einem aggressiven Manöver an und rempelte die Ducati mit der Nummer 21 von der Linie. Daraufhin wirkte Rinaldi verärgert und beschwerte sich in der Auslaufrunde. Doch am Sonntagnachmittag hatten sich die Gemüter beruhigt.

„Wir wissen, dass Toprak den Zweikampf nicht scheut“, kommentiert Rinaldi. „Sein Manöver war am Limit, aber es war okay. Ich beschwere mich nicht. Er entschuldigte sich bei mir und meinte, dass es seine einzige Option war, mich zu überholen.“

„Ich akzeptiere seine Entschuldigung, auch wenn wir hier nicht zum Tanz sind sondern um Rennen zu fahren“, kritisiert Rinaldi auf lockere Art und Weise den Kontakt in der letzten Kurve.

Razgatlioglu betont, dass er auf Grund des unterlegenen Topspeeds seiner Yamaha keine andere Wahl hatte: „Ich musste ihn in der letzten Kurve überholen, weil ich die Punkte brauchte. Er gab ebenfalls sein Bestes. Ich berührte ihn ein bisschen. Das ist aber nicht schlimm. Wichtig ist, dass er nicht gestürzt ist.“

Garrett Gerloff erlebt „unspektakuläres“ Wochenende
Yamaha-Markenkollege Garrett Gerloff zählte vor dem ersten Wochenende zum Kreis der Kandidaten für Podestplätze. Mit zwei neunten Plätzen in den beiden Hauptrennen blieb der US-Amerikaner deutlich hinter den Erwartungen zurück.

„Das Wochenende war ziemlich unspektakulär“, bedauert Gerloff, der in der Superpole nur Elfter wurde und deshalb aus Reihe vier in die Rennen startete. „Nach dem Qualifying war es schwierig. Ich fuhr in der Superpole zwar schneller, doch während sich die anderen Fahrer um eine Sekunde steigerten, konnte ich nur drei oder vier Zehntelsekunden finden.“

„Von da an war es schwierig, um sich nach vorne zu kämpfen. Die Yamaha hat viele Stärken, doch diese konnte man hier auf diesem Kurs nicht so gut sehen. Ich hatte zu kämpfen“, gesteht der GRT-Pilot. „Bei Zweikämpfen kann man die Stärken der Yamaha oft nicht nutzen. Aber ich denke, dass Aragon nie eine gute Strecke für unser Motorrad war.“

Doch nach dem enttäuschenden Wochenende in Aragon schaut Gerloff mit großer Zuversicht auf das nächste Event. „Ich freue mich auf Assen“, bemerkt Gerloff und fügt hinzu: „Die Yamaha ist das perfekte Motorrad für diese Strecke.“

Text von Sebastian Fränzschky

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