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© LAT – Kann die MotoGP tatsächlich schon im Juli wieder fahren?

(Motorsport-Total.com) – Nach der Absage der MotoGP-Events in Deutschland, Holland und Finnland verschiebt sich der theoretische Saisonauftakt auf Brünn (Tschechien) im August.

Doch mit einem Blick auf die aktuelle Coronavirus-Situation dürfte der aktuelle Kalender nur eine Momentaufnahme sein.

Hinter den Kulissen arbeiten die Verantwortlichen eifrig an einem Saisonstart im Juli ohne Zuschauer. Offen ist, auf welcher Strecke der MotoGP-Saisonauftakt stattfinden wird. Es wird erwartet, dass ein komplett neuer Kalender ausgearbeitet wird.

„Wir planen, im Juli loszulegen. Doch das Problem ist, dass Rennen mit Zuschauern schwierig sind“, bemerkt Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta, der die Absage der Rennen auf dem Sachsenring, in Assen und auf dem neuen Kymi-Ring bedauert.

„Jeder dieser drei Grands Prix wäre ohne Zuschauer schwer umzusetzen gewesen. Deshalb haben wir mit den drei Veranstaltern abgestimmt, diese Rennen auf nächstes Jahr zu verschieben, anstatt neue Termine zu finden“, begründet er die Absagen.

Motorrad-WM erstmals ohne Assen
Erstmals wird Assen kein Teil des WM-Kalenders sein. „Das Coronavirus-Problem ist etwas, was wir noch nie zuvor erlebt haben“, bemerkt Ezpeleta. „Die Regierung in den Niederlanden hat Events bis Ende August untersagt. Deshalb ist es absolut unmöglich.“

Geplant ist, die Saison im im Juli zu starten und innerhalb von Europa Rennen ohne Zuschauer zu fahren. „Wo und wann muss noch entschieden werden“, so Ezpeleta. „Die Saison wird im Juli in Europa beginnen und bis November laufen.“

„Wir müssen die Situation beobachten und entscheiden, ob Rennen außerhalb von Europa nach November möglich sind. Im schlimmsten Fall können wir Europa nicht verlassen und werden wenigstens zehn bis zwölf Rennen haben von Juli bis November“, so der Spanier.

Coronatests, Fortbewegung per Auto und hohe Sicherheitsvorkehrungen
Hauptanteilseigner Bridgepoint hat für die MotoGP bereits 10.0000 Coronatests organisiert. „Jeder wird getestet, wenn er sein Haus verlässt. Dann gibt es bei der Ankunft an der Strecke einen weiteren Test. Und bei der Rückkehr nach Hause wird noch einmal getestet. Das ist die Idee“, erklärt Ezpeleta.

Klar ist auch, dass es nur eine begrenzte Anzahl an Mitarbeitern im Fahrerlager geben wird. Zudem wird nach neuen Lösungen für Transfers, Verpflegung und Unterbringung gesucht. „Zuerst werden wir uns per Auto fortbewegen. Doch ich denke, dass wir mit Sicherheitsvorkehrungen ab Juli innerhalb von Europa fliegen können“, erwartet Ezpeleta.

Denkbar ist zudem, dass es mehrere Rennen auf der gleichen Strecke geben wird. „Wir ziehen das in Betracht, aber nicht am gleichen Wochenende sondern an aufeinanderfolgenden Wochenenden“, stellt der Dorna-Geschäftsführer klar.

Dorna geht von 1.600 Leuten im Paddock aus
Klar definiert ist bereits, welche Teams wieviele Mitarbeiter an die Strecken bringen dürfen. „MotoGP-Werksteams dürfen 40 Mitarbeiter haben, Satelliten-Teams haben 25, Moto2-Teams 20 und Moto3-Teams 15. Dann wird es natürlich die Mitarbeiter geben, die für die Fernsehübertragungen verantwortlich sind und diejenigen, die seitens der Dorna für die Organisation verantwortlich sind. Das führt zu einem Durchschnitt von 1.600 Leuten“, rechnet Ezpeleta vor.

Medienvertreter werden nicht bei den Rennen vor Ort sein. Die TV-Produktion beschränkt sich auf das Weltbild. Nationale TV-Sender dürfen nicht live von den Strecken senden. Die einzige Ausnahme werden voraussichtlich Fotografen sein, damit es Bilder von den Renn-Wochenenden gibt.

Text von Sebastian Fränzschky

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