Andrea Dovizioso - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Wir groß war die Wirkung der riesigen Winglets an der Ducati wirklich?

Zu Beginn der Saison 2015 überraschte Ducati die Gegner mit Flügelprofilen, die an der Verkleidung der Desmosedici für Abtrieb sorgen sollten.

Jahrelang waren Experten der Meinung, dass Flügelprofile durch die extremen Schräglagen nicht die Effekte bescheren wie im Automobilbereich.

Doch Ducati-Stratege Luigi Dall’Igna bewies Anfang 2015 das Gegenteil. Etwa eineinhalb Jahre später setzten alle MotoGP-Hersteller Winglets ein.

„Jeder folgte uns bezüglich der Aerodynamik. Ich bin sehr stolz darauf“, kommentiert Dall’Igna, der sich für die kommende Saison etwas Neues einfallen lassen muss. „Wir müssen die Aerodynamik komplett neu definieren. Wir sind noch nicht fertig damit“, gesteht der Italiener, der seine Fahrer bei den Nachsaisontests in Valencia und Jerez mit Winglets auf die Strecke schickte, um bessere Vergleichswerte zu erhalten.

Große Probleme erwartet Dall’Igna nicht. Im Gegensatz zu Werkspilot Andrea Dovizioso schaut Dall’Igna gelassen in die Zukunft: „Die Aerodynamik ist ein wichtiger Aspekt, doch bei uns spielt er keine so große Rolle wie bei den Autos. Dafür gibt es viele Gründe. Der Anpressdruck, den man mit Hilfe der Aerodynamik kreieren kann, ist ziemlich gering. Mit einer guten Abstimmung kann man die Winglets sicher kompensieren“, ist der Ducati-Rennleiter überzeugt.

„Die Winglets sind eine Hilfe. Ich bin überzeugt, dass ein Motorrad mit Winglets schneller ist als ein Motorrad ohne Winglets. Der Unterschied ist aber ziemlich gering“, berichtet der clevere Stratege, der bis zum Vorsaisontest in Sepang eine Verkleidung ohne Flügel entwickeln muss: „Es ist kein besonders großes Problem für uns, ein Motorrad ohne Winglets zu entwickeln“, betont er.

Die Sicherheit war das große Argument gegen eine weitere Verwendung der Winglets. Ducati wehrte sich gegen diese Behauptung und wollte die Winglets auch in der Zukunft verwenden. Beim Rennwochenende in Valencia kam es im dritten Freien Training zu einer Szene, die Dall’Igna Recht gibt, als Werkspilot Andrea Iannone das Motorrad von Yonny Hernandez berührte. Dabei brach der linke Winglet ab, ohne für einen der Fahrer eine Gefahr darzustellen.

„Iannone berührte beim Rennwochenende in Valencia einen anderen Fahrer. Es war ein weiterer Beleg dafür, dass die Winglets keine Gefahr für die Sicherheit der Fahrer darstellen. Doch die Regeln sind die Regeln und wir müssen uns bei der Entwicklung danach richten“, kommentiert Dall’Igna nüchtern.

Text von Sebastian Fränzschky & David Emmett

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