Andrea Dovizioso - © LAT

© LAT – Der Sturz bedeutete schon den vierten
Ausfall von Dovizioso in diesem Jahr

(Motorsport-Total.com) – Die MotoGP-Weltmeisterschaft 2018 wurde beim Grand Prix von Japan in der 23. von 24 Runden entschieden.

Bei der Jagd nach Marc Marquez klappte Andrea Dovizioso in der Haarnadelkurve 10 des Twin Ring Motegi das Vorderrad ein und er ging zu Boden. „Ich habe versucht das Rennen zu gewinnen“, sagt der Ducati-Star und erklärt dann: „Beim Sturz war ich nicht über dem Limit.

Ich habe nur einen kleinen Fehler gemacht, weil ich den Kurvenausgang vorbereiten wollte. Meine Beschleunigung war sehr gut, aber ich war am Kurvenausgang nicht nahe genug an Marc dran, um ihn zu überholen.“

Marquez überholte Dovizioso vier Runden vor Rennende und riss im Duell um den Sieg das Kommando an sich. Der Italiener musste reagieren und wollte optimal aus Kurve 10 herausbeschleunigen, um sich dann am Ende der Geraden in Kurve 11 vorbeibremsen zu können. „Wenn man sich die Wiederholung genau ansieht, dann erkennt man, dass ich die Kurve zu früh vorbereitet habe“, sagt Dovizioso. „Es war ein kleiner Fehler. Ich hatte zu viel Schräglage und habe dem Vorderreifen zu viel zugemutet.“

Wie schon bei den vergangenen Rennen lautete das Duell um den Sieg Marquez gegen Dovizioso. „Von Startplatz sechs“, blickt Marquez auf sein Rennen, „musste die erste Runde perfekt sein. Und am Ende der ersten Runde war ich schon hinter Dovi Zweiter. Das war mein wichtigstes Ziel. Dann habe ich ihn studiert und habe gesehen, dass ich stark genug bin, um gegen ihn zu kämpfen. Als ich acht, neun Runden vor Rennende attackieren wollte, habe ich einen Fehler auf dem Gras gemacht. Das war eine tolle Show, aber Dovi hat mich wieder überholt. Dann hat er richtig attackiert, aber ich konnte ihm wieder folgen.“

Marquez plante danach einen frühen Angriff, um es nicht auf die letzte Runde ankommen zu lassen: „Ich hatte die gleiche Strategie wie in Thailand, denn in der letzten Runde hätte er die Chance auf den Sieg gehabt, weil seine Beschleunigung etwas besser war. Als ich in der letzten Runde auf der Boxentafel ‚Dovi OUT‘ gesehen habe, war ich sehr glücklich, denn es bedeutete, dass ich den Titel gewonnen habe. Im Ziel war ich trotzdem enttäuscht, denn er hätte dabei sein sollen. Er ist eine tolle Saison gefahren und heute ein sehr gutes Rennen.“

Dovizioso selbstbewusst: „Wir sind so stark wie er“
Dovizioso zeigt sich wie immer als fairer Sportsmann und lobt die Stärke seines Gegners: „Ich glaube, er hat heute etwas Besonderes gemacht, um bis zu den letzten sieben Runden bei mir zu bleiben. Ich kann nur ihm und seinem Team gratulieren. Sie haben wieder ein besonderes Jahr gezeigt und verdient gewonnen. Sie haben es besser als alle anderen gemacht.“ Trotzdem ist er überzeugt: „Marcs Erfolge sind unglaublich, aber er ist nicht unschlagbar.“

Selbstbewusstsein zieht der Italiener aus seiner derzeitigen Form. „Desmo Dovi“ kann mittlerweile auf jeder Strecke gewinnen. Deshalb sagt er: „Wir sind jetzt so stark wie er, aber er hat den Titel gewonnen. Auch heute konnte nur ich gegen ihn kämpfen. Trotzdem war es nicht genug. Ich bin mit unserem derzeitigen Level sehr zufrieden. Wir sind für die nächste Saison auch besser vorbereitet als wir es für dieses Jahr waren. Wir haben zwar nichts Besonderes gefunden, aber mit harter Arbeit überall etwas gefunden. Damit bin ich sehr zufrieden.“

In den verbleibenden drei Rennen geht es für Dovizioso noch darum, seinen Vizeweltmeistertitel gegen Valentino Rossi zu verteidigen, denn der Yamaha-Fahrer hat nur noch neun Punkte Rückstand. „Jetzt geht es noch um Platz zwei“, setzt sich „Dovi“ neue Ziele. „Valentino ist in diesem Jahr zwar nicht so stark, aber er sammelt immer Punkte und ist der beste Yamaha-Fahrer. Wir müssen auf ihn aufpassen.“ Am kommenden Wochenende steht mit Phillip Island eine Strecke auf dem Programm, die auf dem Papier nicht optimal für Ducati ist, dafür der Yamaha aber entgegenkommen könnte.

Ergebnisse MotoGP Motegi 2018

MotoGP Motegi - ©www.motogp.com

MotoGP Motegi – ©www.motogp.com

Text von Gerald Dirnbeck & Oriol Puigdemont

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