Marc Marquez - © LAT

© LAT – Marc Marquez hält Hondas Ehre im
Hersteller-Wettkampf hoch

(Motorsport-Total.com) – Mit 46 Punkten Vorsprung ist Marc Marquez nach seinem fünften Saisonsieg auf dem Sachsenring komfortabel in die Sommerpause gestartet.

Der Honda-Pilot ist einmal mehr der große Favorit auf die MotoGP-Krone. Insgesamt dominierte Honda mit sechs Siegen in neun Rennen die erste Saisonhälfte, die verbliebenen drei holten sich die Ducati-Piloten Andrea Dovizioso und Jorge Lorenzo. Allerdings ist die Honda-Stärke nur auf einen Mann zurückzuführen, den WM-Leader. Wirft man einen Blick auf die Statistik, schneidet die japanische Marke weniger gut ab.

Honda zählt in der Saison 2018 insgesamt auf drei aktuelle Werksbike, gefahren von Marquez, Dani Pedrosa und LCR-Mann Cal Crutchlow. Die Rookies Tom Lüthi, Franco Morbidelli und Takaaki Nakagami werden mit dem Vorjahresbike ausgestattet. Ducati stellt hingegen ganze acht Bikes: Dovizioso, Lorenzo und Danilo Petrucci sitzen auf einer GP18. Jack Miller, Alvaro Bautista und Tito Rabat erhalten eine GP17, während Karel Abraham und Xavier Simeon eine 2016er-Maschine pilotieren. Yamaha stellt nur vier Bikes in diesem Jahr: Zwei Werksbikes für Maverick Vinales und Valentino Rossi und zwei 2017er-Modelle für die Tech-3-Fahrer Johann Zarco und Hafizh Syahrin.

Analysiert man nun alle Resultate der Hersteller inklusive der aktuellen und der Vorjahresbikes, schneidet Honda schlechter ab. Nur zweimal wurde Marquez auf dem Podium von einem Honda-Kollegen begleitet. Insgesamt erzielte das Aushängeschild 165 Punkte in den ersten neun Rennen, der zweite Honda-Pilot, Crutchlow, liegt in der WM-Wertung mit 79 Zählern auf Platz acht. Noch weiter zurück findet sich Pedrosa (12.) mit 49 Zählern. Morbidelli ist der beste Honda-Rookie mit 19 Zählern. Im Durchschnitt holte ein Honda-Fahrer demnach 53,66 WM-Punkte in der ersten Saisonhälfte.

Yamaha mit bester Gesamtleistung – Suzuki stark
Yamaha schneidet im Vergleich dazu deutlich stärker ab. Rossi und Vinales liegen mit 119 und 109 Punkten als erste Verfolger auf der Lauer. Auch Zarco konnte mit 88 Punkten in die Top 5 vordrängen – die Yamahas sind trotz Siegesflaute der stärkste Hersteller. Im Durchschnitt konnte ein Fahrer auf dem Bike 84,5 Punkte holen. Und sogar Ducati schnitt in der ersten Saisonhälfte stärker als Honda ab. Mit Dovizioso und Lorenzo konnten sie insgesamt drei Siege einfahren. Der Vizeweltmeister des Vorjahres sammelte wie Zarco bislang 88 Zähler, Lorenzo steht bei 85 und Petrucci bei 84. Im Durchschnitt gerechnet inklusive der GP17-Piloten ergibt das einen Wert von 64,66 Zähler.

Yamaha lieferte demzufolge die beste Gesamtleistung ab, gefolgt von Ducati. Honda konnte sich maßgeblich auf das Können des Weltmeisters verlassen, nur Crutchlow sorgte im Chaos-Rennen von Argentinien mit seinem Sieg ebenso für Freudentränen. Besonders bitter für Honda ist der Vergleich mit Konkurrent Suzuki. Obwohl die Mannschaft mit Andrea Iannone und Alex Rins nur zwei Fahrer stellt, holten die beiden im Durchschnitt 65 Punkte – mehr als Honda.

Vergleicht man die Punkteausbeute pro Rennen wird ebenso deutlich, dass Honda hauptsächlich dank Marquez‘ Klasse an der Spitze steht. Waren es in der Saison 2017 noch 8,18 Punkte pro Rennen, holten Honda-Fahrer 2018 im Durchschnitt nur 5,96 Punkte. Yamaha liegt auch in dieser Wertung, wie schon im Vorjahr, vorne. 9,38 Punkte liegt etwas hinter dem Wert von 2017 (9,66 Punkte). Dahinter konnten sowohl Ducati als auch Suzuki kräftig zulegen. Iannone und Rins kommen im Schnitt auf 7,22 Punkte, die Ducatis auf 7,17 Punkte. Wieder liegt Honda im Vergleich dazu deutlich abgeschlagen.

Crutchlow ist sich sicher: „Honda hat die besten Fahrer. Es ist offensichtlich, dass die Honda mit Abstand das komplexeste Bike zu fahren ist. Es ist auch am anstrengendsten. Es lenkt nicht ordentlich ein, dafür sind wir am Bremspunkt sehr stark“, erklärt der Brite und glaubt ebenso an den Marquez-Effekt: „Marcs Fahrweise ist im Vergleich zu uns anders.“

Text von Maria Reyer & Carlos Guil Iglesias

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