Angel Nieto - © Repsol

© Repsol – Angel Nieto gewann in seiner Karriere 90 Rennen und 13 WM-Titel

Der spanische Motorrad-Weltmeister Angel Nieto ist an den Folgen eines Quad-Unfalls, der sich am 26. Juli auf der Insel Ibiza zugetragen hat, verstorben.

Sein Zustand wurde schon bei der Einlieferung ins Krankenhaus als kritisch eingestuft. Nach einigen Tagen im künstlichen Tiefschlaf wurde sein Zustand als stabil bewertet. Allerdings verschlechterte sich Nietos Gesundheitszustand deutlich, als die Aufwachphase eingeläutet wurde.

Eine für Donnerstag in Brünn angesetzte Pressekonferenz mit seinem Sohn Pablo musste kurzfristig abgesagt werden. Am Abend wurde der Tod der Rennlegende bekannt gegeben. Nieto, der am 25. Januar 1947 das Licht der Welt erblickt hatte, verstarb am 3. August 2017. Er wurde 70 Jahre alt. Der Spanier fuhr zwischen 1964 und 1986 in der Motorrad-WM, gewann 90 Rennen in den Klassen 50, 80 und 125 Kubikzentimeter Hubraum und sammelte insgesamt 13 WM-Titel. Da er abergläubisch war, wollte er nur von 12 +1 WM-Titeln sprechen.

Im Rahmen der Pressekonferenz zum Grand Prix von Tschechien, als Nietos Tod noch nicht öffentlich bekannt war, sagte Valentino Rossi: „Es ist eine traurige Situation für unsere Welt, denn Angel war wegen seines Charismas und nicht nur wegen seiner Siege etwas Besonderes. Für mich war erstaunlich, welche Kraft er mit 70 Jahren noch hatte. Ich glaube, seine Mutter ist vorige Woche 100 geworden und er war immer noch in guter Form.“

Rossi erzählte auch eine Anekdote, die er mit Nieto zusammen erlebt hat: „Vor etwa zehn Jahren waren wir Essen und anschließend machten wir Party. Um fünf Uhr am Morgen war ich zerstört und wollte schlafen gehen. Aber Angel sagte zu mir, dass ich hier bleiben soll, weil wir noch woanders hingehen. Ich sagte: ‚Fuck‘, er ist 65 und gibt immer noch alles.“ Wie die Partynacht letztendlich ausgegangen ist, verriet Rossi nicht.

Vor allem in Spanien ist die Bestürzung über den Tod von Nationalheld Nieto groß. Marc Marquez sagt stellvertretend: „Das sind sehr traurige Nachrichten für das Fahrerlager, für unseren ganzen Sport, für die MotoGP und für Spanien, denn er ist eine wahre Legende. Wir können nur hinter seiner Familie stehen und das Beste wünschen. Ich habe viele Erinnerungen an ihn. Als ich 2008 in der WM angekommen bin, war er eine der ersten Legenden, die zu mir gekommen sind.“

„Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis. Ich habe viel Zeit in seinem Motorhome verbracht und Fußballspiele geschaut“, schildert Marquez weiter. „Er drückte Real Madrid die Daumen und ich Barcelona! Wir haben nicht nur auf der Rennstrecke viel Zeit miteinander verbracht, sondern zum Beispiel auch in Madrid. So wie Valentino es gesagt hat, es ging nicht nur um seine Erfolge, sondern um seinen Charakter.“

Mit sechs WM-Titeln in der 50er-Klasse und sieben in der Achtelliterklasse ist Nieto in der Geschichte der Motorrad-WM der Fahrer, der auf den meisten verschiedenen Fabrikaten erfolgreich war. Er fuhr und gewann mit Derbi, Bultaco, Garelli, Minarelli und Kreidler. Außerdem gewann er in Spanien alle nationalen Klassen von 50 ccm bis 750 ccm und legte damit in seiner Heimat den Grundstein für sein hohes Ansehen.

Nach seiner aktiven Karriere war Nieto auch Teammanager und gewann mit Emilio Alzamora 1999 die 125er-Weltmeisterschaft. Nietos Söhne Angel Nieto jun. und Pablo Nieto waren ebenfalls Motorradrennfahrer. Pablo ist derzeit Teammanager für Rossis VR46-Team. Pablo Nieto und Valentino Rossi waren vergangene Woche auch gemeinsam auf Rossis Ranch in Italien, als sie die Nachrichten über den Quadunfall in Ibiza erhielten.

Text von Gerald Dirnbeck

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