Andrea Dovizioso - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Andrea Dovizioso arbeitet sich in die Geheimnisse der Yamaha M1 ein

(Motorsport-Total.com) – Mit 234 MotoGP-Rennen ist Andrea Dovizioso aktuell der Fahrer mit der meisten Erfahrung.

Nach acht Jahren bei Ducati sitzt der dreimalige Vizeweltmeister wieder auf einer Yamaha. Bereits im Jahr 2012 ist Dovizioso ein Jahr im damaligen Yamaha-Satellitenteam Tech 3 gefahren.

Dovizioso ist aus dem „Sabbatical“ zurückgekehrt, weil er Meinung ist, dass ihm der Charakter der Yamaha liegt und er mit diesem Motorrad erfolgreich sein kann. Im RNF-Team hat er die gleiche Spezifikation wie Fabio Quartararo und Franco Morbidelli im Werksteam zur Verfügung.

Seit vielen Jahren gilt die M1 im Vergleich zur Konkurrenz als einfacher zu fahrendes Motorrad und ist vor allem für Rookies ein gutes Bike. Aber stimmt das tatsächlich? Dovizioso hat mit all seiner Erfahrung eine geteilte Meinung.

„Wenn man über ein einfaches Motorrad spricht, muss man zwei Aspekte betrachten“, beginnt der 35-Jährige seine Erklärung. „Erstens wie körperlich anstrengend das Motorrad zu fahren ist und welches Gefühl man hat. Zweitens geht es um den Speed.“

„Wenn ich das Gefühl betrachte, dann sieht es einfach aus. Ein einfach zu fahrendes Motorrad ist eine Geschichte, aber ob man schnell ist, eine andere. Vor ein paar Jahren war die Situation anders. Jeder war mit der Yamaha recht konkurrenzfähig. Die DNA des Motorrads ist immer noch ähnlich.“

„Vielleicht ist das Motorrad einfacher zu fahren als andere – ja. Aber im Endeffekt geht es um den Speed. Man kann sich auf dem Motorrad wohlfühlen, aber wenn man eine Sekunde Rückstand hat. Im Rennen muss man attackieren. Wenn man das macht und langsam ist …“

Bei den Wintertests in Malaysia und Indonesien war Dovizioso bisher nicht im Spitzenfeld dabei. Am letzten Testtag auf der neuen Mandalika-Strecke belegte er mit acht Zehntelsekunden Rückstand Platz 16.

Und diese letzten Zehntel zu finden, sind auch mit der vermeintlich „einfacher“ zu fahrenden Yamaha eine große Herausforderung. „Ich bin immer noch nicht bei 100 Prozent“, gibt Dovizioso zu. „Mein Gefühl wird immer besser.“

„Die drei Testtage in Indonesien waren viel besser als in Sepang. Wir haben viel geändert und einiges war besser, anderes nicht. Ich fühle mich nun auf der Bremse besser. In manchen Bereichen bin ich besser als Fabio, und er ist in der Bremsphase sehr gut.“

„Aber ich verliere in anderen Bereichen noch zu viel. Das Endergebnis ist noch nicht das, was ich möchte, denn ich will vorne dabei sein. Es wird besser und besser, aber ich fühle mich noch nicht zu 100 Prozent wohl. Ich muss auch den Reifen besser managen.“

Auch bei den Wintertests war Quartararo die Messlatte und die Speerspitze von Yamaha. Morbidelli kam mit der neuen M1 immer besser zurecht, aber die schnellsten M1-Rundenzeiten zeigte im Endeffekt immer noch der Weltmeister aus Frankreich.

Was macht Quartararo mit der Yamaha so gut? „Fabios Richtungswechsel sind verrückt“, findet Dovizioso. „Er macht vor dem Richtungswechsel mehr Speed. Er bereitet das Motorrad auch besser für den Kurvenausgang vor. Fabio nutzt das Motorrad mit seiner Technik sehr gut.“

Yamaha erhofft sich langfristig von Dovizioso wichtiges Feedback für die Weiterentwicklung. „Die Erfahrung von ‚Dovi‘ ist sehr wichtig, weil er von einer anderen Marke kommt“, sagt Yamaha-Teammanager Massimo Meregalli.

„Wir erwarten, dass wir auch mit seiner Hilfe unser Motorrad verbessern können. Ich gehe davon aus, dass Dovizioso konstant gute Ergebnisse bringen wird.“ 2022 könnte Doviziosos letzte MotoGP-Saison sein, wie er bereits selbst angemerkt hat.

Text von Gerald Dirnbeck

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