Nicky Hayden - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Valentino Rossi, Marc Marquez und Co. sind in Gedanken bei Nicky Hayden

Die Pressekonferenz zum Großen Preis von Frankreich wurde an diesem Donnerstag von der Sorge um Ex-MotoGP-Pilot Nicky Hayden überschattet.

Alle teilnehmenden Fahrer betraten den Presseraum sichtlich bedrückt und demonstrierten ihre Anteilnahme gleich zu Beginn, als Valentino Rossi, Marc Marquez und Co. in Le Mans mit einem Banner posierten, auf dem „Thinking of you, Nicky 69“ („Wir denken an dich, Nicky“) geschrieben stand.

Rossi, der zuvor auf Instagram bereits bewegende Worte über seinen ehemaligen Teamkollegen und Herausforderer mit der Öffentlichkeit geteilt hatte, sprach auch in Le Mans über Hayden. „Das sind sehr, sehr schlechte Nachrichten. In den ersten Stunden ist das schwer zu realisieren“, gibt der 38-Jährige zu. „Ich habe sofort mit einem befreundeten Doktor gesprochen, der mir gesagt hat, dass die Situation mit Nicky von Anfang an sehr schwierig war.“

Zum aktuellen Gesundheitszustand des Superbike-Piloten gab sein Team am frühen Abend ein erneutes Update bekannt. Demnach wachen am Krankenbett von Hayden neben seiner Verlobten Jackie nun auch Mutter Rose und Bruder Tommy. Beide seien am Donnerstag aus den USA nach Italien gereist, wo der schwer verletzte Amerikaner im Maurizio Bufalini Hospital in Cesena behandelt wird.

Zustand von Nicky Hayden laut Klinik „extrem kritisch“
Die Klinik äußerte sich wie folgt: „Nicky Haydens klinischer Zustand bleibt extrem kritisch. Der junge Mann, der sich noch immer auf der Intensivstation befindet, hat ein schweres Polytrauma und daraus folgend einen schweren Hirnschaden erlitten. Eine Prognose bleibt vorbehalten.“ Auf Twitter teilte Haydens Schwester Kathleen Bilder ihres Bruders und versah den Post mit den Worten: „Mein Bruder ist ein Kämpfer!“

Hayden war am Mittwochnachmittag beim Radtraining an der italienischen Küste nahe Rimini schwer verunglückt. Aus noch ungeklärter Ursache kollidierte der 35-Jährige mit einem schwarzen Pkw, der danach erhebliche Schäden an Motorhaube und Windschutzscheibe aufwies. Danach wurde er in einer Klinik in Rimini notversorgt und stabilisiert und wenig später nach Cesena transportiert. Sein Unfall hatte weit über die MotoGP für Entsetzen gesorgt.

„Jetzt, mit etwas mehr Zeit, beginnt man das mehr und mehr zu verstehen“, sagt Rossi. „Es ist eine große Tragödie, denn Nicky war ein toller Fahrer, ein großes Talent, ein Weltmeister und immer vorne dabei. Aber er war insbesondere ein toller Kerl. Er stammt aus einer Rennfahrerfamilie, von seinem Vater bis hin zu seinen beiden Brüdern. Immer gut gelaunt, immer mit einem Lächeln. Ich denke, die Situation ist sehr schwierig, aber wir hoffen alle das Beste.“

Marc Marquez: In Australien mit Nicky Hayden gefeiert
Honda-Pilot Marquez erinnert sich indes an den Großen Preis von Australien 2016, als Hayden für den verletzten Dani Pedrosa einsprang und noch einmal in die MotoGP zurückkehrte: „Ich habe in Australien viel Zeit mit ihm verbracht. Das war wirklich schön. Am Sonntag hatten wir eine unglaubliche Party und haben das sehr genossen. Ich kann mich erinnern, dass er eigentlich schlafen gehen wollte, aber dann doch bis sechs Uhr am Morgen geblieben ist.“

Seit seinem Einstieg in die Motorrad-WM 2008, als Marquez in der damaligen 125er-Klasse für das Repsol-KTM-Team antrat, sei Hayden ihm gegenüber immer „ein sehr netter Kerl“ gewesen. Die Nachricht von dessen Unfall stimmt auch den jungen Spanier nachdenklich: „Es ist traurig. So etwas erwartet man nicht. Jedes Wochenende gehst du auf deinem Motorrad ein großes Risiko ein und dann passiert das. Ich wünsche ihm und seiner Familie nur das Beste.“

Text von Juliane Ziegengeist

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