Pol Espargaro - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Für Pol Espargaro waren es zwei erfolgreiche Testtage in Katar

(Motorsport-Total.com) – Nach seinen ersten zwei Testtagen mit der Honda RC213V gibt Pol Espargaro zu: „Es war ziemlich stressig“, vor allem mental.

„Ich habe lange auf diesen Moment gewartet und viele Leute haben über diesen Moment gesprochen, ob gut oder schlecht.“ Sowohl seine als auch die Erwartungen von außen seien hoch gewesen.

„Der Druck der ganzen Medien oder der Leute, die kein Vertrauen in meinen Wechsel zu diesem Team haben, wirkt sich auf uns alle aus, wenn wir arbeiten oder wenn ich fahre. Es ist, als ob man gezwungen ist, sofort eine Leistung zu bringen“, so der Spanier.

„Am ersten Tag musst du Leistung bringen. Ansonsten hat man einen Fehler gemacht, wenn man das Team wechselt, oder die Crew, die die Entscheidung getroffen hat, mich zu Repsol Honda zu holen. Dieser Druck kommt auch, wenn du fährst. In den ersten Runden war der Druck hoch“, rekapituliert der Honda-Debütant.

Espargaro kann sich beim Katar-Test steigern
„Ich musste am Limit fahren und die beste Leistung meines Lebens abliefern. Ich habe also versucht, alles so gut wie möglich zu verstehen.“ Im Verlauf des ersten Tests in Katar konnte Espargaro dabei bereits deutliche Fortschritte verzeichnen.

Den Sonntag beendete er auf Platz 7 des Tagesranking und verkürzte den Rückstand nach vorn auf 0,733 Sekunden. Damit belegte er im Gesamtklassement den zwölften Rang. „Heute war ich schnell und mein Rhythmus war gut, auch wenn es erst der zweite Testtag ist. Ich hatte sieben Zehntel Rückstand auf den Ersten und drei Zehntel auf die Top 5. Das ist etwas sehr, sehr Positives“, resümiert er.

Gleichzeitig weiß Espargaro, dass er noch viel das für ihn neue Motorrad lernen muss: „Für mich ist das Schwierigste nicht der physische Teil, sondern eher das, was man nicht sehen oder anfassen kann, die Elektronik, die Leistungsentfaltung. Bei jedem Motorrad ist das anders und Honda hat diese Art der Beschleunigung, die erstaunlich ist.“

Das Limit der RC213V noch nicht gefunden
„Aber auch wenn es erstaunlich ist, muss ich mich daran gewöhnen und das Beste aus dieser Elektronik herausholen“, erklärt der Spanier und hält selbstkritisch fest: „Im Moment tue ich das noch nicht. Ich habe das Gefühl, dass ich die Elektronik überstrapaziere, weil sie so gut ist. Ich verlasse mich nur auf die Elektronik.“

Deshalb habe er auch die Grenzen des Motorrads noch nicht wirklich ausgelotet: „Ich habe die Rundenzeit geschafft, aber ich weiß nicht, ob mich das Motorrad abwirft, wenn ich in den Kurven drei, vier oder fünf km/h schneller bin. Das ist sehr aufreibend.“

Es zeige aber auch, dass noch viel Spielraum da ist, den er spätestens ausschöpfen können wird, wenn sich gewisse Mechanismen automatisiert haben, glaubt Espargaro. Dass die Honda RC213V gut zu ihm und seinem Fahrstil passt, daran hat der Spanier keinen Zweifel. Die Charakteristik des Bikes entspreche genau seinen Vorlieben.

Warum die Honda zu Espargaros Fahrstil passt
„Das ist die Art von Motorrad, bei der man umso mehr bekommt, je mehr man pusht“, erklärt er. „Je besser du physisch bist, desto schneller bist du am Ende des Rennens. Es geht viel um die körperliche Verfassung und wie man das Motorrad pusht, um die Kurven zu fahren, und wie man das Motorrad pusht, um die Rundenzeit zu schaffen.“

„Das Gute ist: Wenn man sich richtig reinhängt, bekommt man die Belohnung, das Ergebnis, das man will. In der Vergangenheit, mit anderen Herstellern, war es genau umgekehrt. Je mehr Mühe man sich gab, desto weniger Rundenzeit kam heraus. Das machte mich nervös. Es passte gerade am Anfang nicht zu mir. Aber dieses Motorrad ist das, was ich brauche, um schnell zu sein“, hält Espargaro fest.

Text von Juliane Ziegengeist, Co-Autor: Oriol Puigdemont

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