Valentino Rossi - © Michelin

© Michelin – Valentino Rossi nimmt vor dem Start der neuen Saison den Druck raus

Am Wochenende beginnt die mit Spannung erwartete MotoGP-Saison 2017.

Nach drei Vizetiteln in Folge zählt Valentino Rossi erneut zum engen Favoritenkreis, auch wenn die Leistungen des neunfachen Weltmeisters bei den Wintertests nicht überzeugend waren.

Doch schnelle Testzeiten waren noch nie Rossis Stärke. Der 38-jährige Italiener blühte in der Vergangenheit vor allem an Renntagen auf. Einfach wird es für Rossi aber dennoch nicht.

„Das Niveau ist wie immer sehr hoch. In diesem Jahr ist es noch ausgeglichener, denn es gibt sieben oder acht Fahrer, die Rennen und die Meisterschaft gewinnen können. Das ist großartig“, freut sich Rossi. „Wir müssen uns in dieser Gruppe behaupten, auch wenn wir einen schwierigen Testwinter hatten. Ich war nie besonders stark, denn es fiel uns schwer, das richtige Gefühl zu finden.“

„Wir müssen weiterarbeiten und uns steigern. Morgen beginnt eine neue lange Saison und ich hoffe, stark und konkurrenzfähig zu sein“, bemerkt Rossi, der mit Maverick Vinales einen starken Teamkollegen hat. „Maverick machte das Gegenteil und hatte eine sehr gute Vorsaison vom ersten Test an. Er war auf allen Strecken schnell – sowohl auf eine Runde als auch mit Blick auf das Renntempo. Ich denke, er wird sehr stark sein“, prognostiziert Rossi und setzt Vinales damit leicht unter Druck.

„Es ist immer schwierig, Vorhersagen zu treffen. Alles ändert sich ständig, es ist eine Evolution. Vor allem bei der finalen Rennsimulation beim Katar-Test war Maverick wirklich beeindruckend“, analysiert Rossi, der nicht einen der vier offiziellen Wintertests in den Top 5 beenden konnte. „Wir müssen uns steigern, damit wir um einen Platz in den Top 5 kämpfen können“, weiß Rossi.

Doch was macht Vinales anders? „Er bremst tiefer in die Kurven und geht eher ans Gas (lacht; Anm. d. Red.)“, scherzt Rossi und stellt klar, dass auch Vinales kein Zauberrezept für schnelle Rundenzeiten hat: „Es gibt keinen speziellen Unterschied. Er fährt schneller durch die Kurven. Das ist mein Problem.“

Beim Kampf um den WM-Titel wird neben Vinales auch Weltmeister Marc Marquez eine schwere Hürde für Rossi sein. Doch der Gewinn der zehnten Meisterschaft steht auf Rossis Agenda gar nicht ganz oben, wie der Italiener vor dem Saisonstart überraschend erklärt: „Seit meiner Rückkehr zu Yamaha ging ich nie mit der Zielstellung in die Saison, den WM-Titel gewinnen zu wollen. Ich möchte Rennen gewinnen und bei jedem Rennen ums Podium kämpfen. Das ist auch für diese Saison das Ziel. Natürlich ist es sehr schwierig, aber es war auch in den vergangenen Jahren schwierig“, bemerkt er.

Text von Sebastian Fränzschky

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