Valentino Rossi u Marc Marquez - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Valentino Rossi wundert sich, warum Marc Marquez so zeitig wieder fahren durfte

(Motorsport-Total.com) – Gut eine Woche vor seinem 42. Geburtstag hat sich Valentino Rossi im Gespräch mit dem ‚Corriere della Sera‘ kritisch zum verfrühten Comeback von Marc Marquez in Jerez geäußert.

Marquez saß wenige Tage nach der ersten Oberarm-Operation wieder auf seiner Werks-Honda und zögerte mit dem viel zu zeitigen Comeback die Genesung unnötig heraus. Rossi kann nicht nachvollziehen, warum die MotoGP-Verantwortlichen kein Veto einlegten.

Rossi erinnert an Jorge Lorenzos Rückkehr bei der Dutch TT 2013. Damals brach sich Lorenzo am Donnerstag im Freien Training das Schlüsselbein. Er wurde nach Spanien geflogen und kehrte nach der Operation wieder zurück.

Im Rennen kämpfte sich der ehemalige Yamaha-Pilot mit starken Schmerzen in die Top 5 und sammelte wichtige Punkte für die Meisterschaft. Doch das Risiko war enorm. Die MotoGP-Verantwortlichen wollten verhindern, dass es in der Zukunft ähnliche Aktionen gibt.

Marquez 2020 in Jerez mit Lorenzo 2013 in Assen vergleichbar?
„Nach Lorenzos schnellem Comeback in Assen 2013 führte die Dorna Regeln ein, mit denen es verhindert werden sollte, extreme Risiken einzugehen. Bei Marquez‘ Comeback wurden all diese Regeln wie noch nie zuvor gebrochen“, wundert sich Rossi.

In der vergangenen Saison verpasste Marquez nach der Verletzung in Jerez alle weiteren Rennen. Fehlt der Spanier in der MotoGP? „Hier ist eine diplomatische Antwort nötig. Es tut mir leid, dass er nicht fahren kann. Wenn er sich erholt hat, dann wird er so stark sein wie davor. Doch niemand kann richtig einschätzen, wann das der Fall sein wird, das kann nicht einmal er selbst“, bemerkt Rossi,.

„Doch ich kann ihm nicht für 2015 vergeben“, stellt die Startnummer 46 klar. „Unmöglich. Was er tat, kann ich ich ihm nicht verzeihen. Wenn ich mich an diese Tage zurückerinnere, dann habe ich die gleichen Gefühle wie damals. Und es ist sechs Jahre her.“

Rossi traut sich nach wie vor MotoGP-Siege zu
Die MotoGP-Saison 2015 war Rossis bisher größte Chance, den lang ersehnten zehnten Titel zu holen. Rossis letzter Sieg ist mittlerweile dreieinhalb Jahre her. „Ich fahre, weil ich denke, gewinnen zu können. Es ist keine Obsession“, bemerkt der Italiener.

„Es ist ziemlich schwierig, zu gewinnen, weil das Niveau der Fahrer so hoch ist. Ich hatte in den vergangenen drei Jahren aber mindestens drei Mal die Gelegenheit dazu“, erinnert sich Rossi, der vor seiner 20. Saison in der Königsklasse steht.

Hat sich Rossis Herangehensweise verändert? „Ich pushe so hart, wie ich kann. Gleichzeitig versuche ich, keine Fehler zu machen. So war es immer, auch als ich 20 Jahre alt war. Ich war nie ein rücksichtsloser Fahrer“, so der 41-Jährige.

Bei Petronas-Yamaha wartet eine neue Herausforderung auf Rossi. Ende 2020 ging seine Zeit als Yamaha-Werkspilot zu Ende. „Sie haben die 2021er-Fahrer vor der Saison 2020 verpflichtet. Das ist meiner Meinung nach ein Fehler“, kritisiert Rossi.

„Es ist eine MotoGP-Angewohnheit. Man sollte aber bis zu den finalen Rennen abwarten“, bemerkt der Mann aus Tavullia, der durch Fabio Quartararo ersetzt wird. „Quartararo ist vielversprechend und Vinales ist auch sehr stark, trotz seiner Höhen und Tiefen. Ich bin sicher, dass sie sich ordentlich schlagen werden“, so Rossi.

Text von Sebastian Fränzschky

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