Sachsenring - © LAT

© LAT – Volle Ränge: In diesem Jahr wurden an
allen drei Tagen 193.355 Zuschauer gezählt

(Motorsport-Total.com) – Beinahe alle Fahrer reagierten enttäuscht, als sie am Donnerstag vor dem Grand Prix auf dem Sachsenring auf das drohende Aus des Events angesprochen wurden.

Auch Weltmeister Marc Marquez und Motorrad-Ikone Valentino Rossi äußerten den Wunsch, 2019 wieder nach Hohenstein-Ernstthal zurückzukehren. Am Renntag verdichteten sich die Anzeichen dafür, dass der Sachsenring-Grand-Prix eine Zukunft hat.

Der ADAC, der von einem großen Teil der MotoGP-Fans als Buhmann angesehen wird, betonte mehrfach, am Kultevent in Sachsen festhalten zu wollen. Nürburgring und Hockenheim wären Alternativen, die Priorität sei aber der Sachsenring, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen passen.

Wichtige Impulse kamen am Wochenende von Dorna-CEO Carmelo, der sich für den Sachsenring-GP stark macht. Ezpeleta weiß, wie wichtig es ist, Traditionen zu erhalten und mit Blick auf den Rennkalender nicht die Fehler anderer Rennserien zu begehen.

Ezpeleta deutet bereits am Freitag an, dass es weitergeht
Bereits in der Sicherheits-Kommission am Freitag hat Ezpeleta den anwesenden Fahrern klar gemacht, dass auch im kommenden Jahr auf der Berg- und Talbahn in Hohenstein-Ernstthal gefahren wird. „Zu 99,9 Prozent findet das Rennen auch 2019 hier statt“, verrät ein Insider.

Wäre der Sachsenring raus, dann hätten die Fahrer ohnehin nicht so leidenschaftlich über die Sicherheit der Strecke philosophiert, um die Situation für kommende Grands Prix zu verbessern. In der Startaufstellung wiederholte Ezpeleta das, was er bereits in der Sicherheits-Kommission gesagt hat und stellte sich demonstrativ hinter das Kultevent.

Im MotoGP-Umfeld gibt es einige Sponsoren, die bereits den Wunsch geäußert haben, dass die MotoGP weiter auf dem Sachsenring bleiben soll. Das große Zuschauerinteresse und die lange Tradition sind einigen Geldgebern wichtig. So gab es im Rahmen des diesjährigen Rennens einige Gerüchte über einen neuen Titelsponsor für 2019, der nur dann einsteigt, wenn der Deutschland-Grand-Prix auf dem Sachsenring ausgetragen wird. Die Dorna dürfte diese Entwicklungen wohlwollend vernommen haben.

Stellen ein Investor und die Politik die Finanzierung sicher?
Nach wie vor zu klären ist, wie die Erhaltung des Events finanziert wird. In diesem Jahr kamen an den drei Tagen insgesamt 193.355 Zuschauer (Freitag 32.657 – Samstag 71.456 – Sonntag 89.242). Das ist deutlich mehr als im Vorjahr, aber nicht so viel wie in den besten Jahren. Hinter den Kulissen wird angezweifelt, dass das diesjährige Zuschauerinteresse ausreicht, um unterm Strich verlustfrei zu bleiben.

Laut Medienberichten soll bereits ein neuer Investor Interesse angekündigt haben, bei der Sachsenring Rennstrecken-Management GmbH (SRM) einzusteigen. Zudem steht die Politik hinter dem Event. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) war am Sonntag vor Ort und führte mit den involvierten Parteien Gespräche.

Es wird erwartet, dass demnächst die Verhandlungen mit ADAC und SRM neu aufgenommen werden, um dem Rechteinhaber Dorna rechtzeitig mitzuteilen, auf welcher Strecke der Deutschland-Grand-Prix im kommenden Jahr stattfindet.

Text von Sebastian Fränzschky

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