Jack Miller - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Jack Miller war schon beim ersten Katar-Test im Spitzenfeld vertreten

(Motorsport-Total.com) – Mit einer Zeit von 1:53.183 Minuten knackte Jack Miller am dritten MotoGP-Testtag nicht nur den alten Streckenrekord in Katar, sondern steigerte auch seine bisherige persönliche Bestzeit deutlich.

So fuhr der Ducati-Pilot fast eine Sekunde schneller als noch am Sonntag, als der erste von zwei offiziellen Tests endete.

„Bessere Bedingungen kann man sich hier in Katar nicht wünschen, denn heute gab es keinen Wind, sodass kein Sand auf die Strecke geweht wurde“, erklärt Miller die Ausgangslage für die enorme Steigerung. „Die Temperatur war heute auch gut und die Luftfeuchtigkeit lag bei 60 Prozent, was für die Nacht hier wirklich niedrig ist. Es waren perfekte Bedingungen, um schnelle Zeiten zu fahren.“

Allzu viel könne man daraus mit Blick auf das erste Rennen auf derselben Strecke in etwas mehr als zwei Wochen aber nicht ablesen. „Die Rundenzeiten beim Testen, vor allem in der Rennpace, sehen immer besonders aus“, mahnt der Ducati-Pilot.

Miller: Bedingungen im Rennen immer anders
„Wenn ich mir meine aktuelle Rennpace anschaue, würde ich den Grand Prix mit 15 Sekunden gewinnen, aber es gibt viele Faktoren, die man bei den Tests nicht hat, die aber im Rennen da sind. Es gibt keinen Dunlop-Gummi aus dem Moto2-Rennen, die Streckenbedingungen sind anders, denn jetzt ist generell weniger Abrieb vorhanden.“

Deshalb sage die Pace bei einem Test nicht wirklich viel über die Pace beim eigentlichen Rennen aus. Zumal auf dem Losail-Circuit die meisten Motorräder laut Miller „immer gut zu funktionieren“ scheinen und der Grand Prix „immer sehr eng“ sei.

„Also denke ich, dass das wirkliche, sagen wir mal, Verständnis dafür, wie die Meisterschaft sein wird und wie alles ablaufen wird, erst dann kommen wird, wenn wir Katar verlassen und auf eine Strecke gehen, auf der niemand getestet hat.“

Rossi sieht in Miller Titelkandidaten für 2021
Yamaha-Konkurrent Valentino Rossi, am Mittwoch an 13. Stelle der Zeitenliste zu finden, wagt hingegen schon jetzt eine Prognose. „Die Ducati ist beängstigend, sie ist sehr stark. Und meiner Meinung nach ist Jack Miller einer der Fahrer, die dieses Jahr die Meisterschaft anstreben werden“, analysiert der „Il Dottore“.

Was den Verlauf des Wintertests in Losail betrifft, zeigt sich Miller mit den gemachten Fortschritten zufrieden: „Ich habe ein tolles Gefühl mit dem Motorrad. Wir haben am Mittwoch zwei weiche Reifen aufgezogen – der letzte war nur dazu da, um eine Runde zu drehen. Die Wetterbedingungen haben wie gesagt darum gebettelt.“

Sein Hauptaugenmerk lag aber eigentlich woanders. „Wir haben viele verschiedene Dinge ausprobiert, um das Motorrad besser zu verstehen“, erklärt der Australier, der erstmals in Werksfarben fährt. „Wir versuchen, uns in allen Bereichen zu verbessern, aber es ist nicht einfach, ein Motorrad zu haben, das überall funktioniert.“

Neueste Ducati-Verkleidung kommt gut an
„Mit Ducati haben wir in der Vergangenheit auf einigen Strecken gekämpft, während andere Strecken fantastisch waren“, weiß Miller. Deshalb würden hier und da kleinere Änderungen vorgenommen, um zu verstehen, was das mit dem Motorrad macht, und das Paket zu komplettieren. „Das Hauptziel dieses Tests ist es, so gut wie möglich für die kommende Meisterschaft vorbereitet zu sein.“

Dabei gibt es natürlich auch eine Liste von Teilen, die abgearbeitet werden müssen. Zu ihnen zählt eine neue Ducati-Verkleidung mit zusätzlichen Aero-Elementen hinter dem Vorderrad. Miller hatte sie bereits beim ersten Test montiert und jetzt wieder.

„Zu Beginn dieses Testtages fuhr ich einen Run auf meinem zweiten Motorrad mit der letztjährigen Verkleidung und dann blieb ich für den Rest des Tages bei der neuen“, verrät der MotoGP-Pilot. „Ich bin glücklich damit und ich denke, alle anderen Jungs sind auch glücklich, also muss es ja etwas Besseres sein und funktionieren.“

Probleme ausgangs Kurve 10: Wenig Traktion
Was hingegen noch nicht so funktioniert, wie er sich das wünscht, ist Kurve 10 in Katar, insbesondere die Traktion am Kurvenausgang: „Selbst auf meiner besten Runde habe ich in Sektor 3 Probleme, und zwar bei dem Versuch, aus Kurve 10 heraus zu beschleunigen.“ Hier beklagt sich Miller über „eine Menge Wheelspin“.

„Die Yamahas mögen um Topspeed kämpfen, aber sie haben dort eine wirklich gute Traktion, besonders mit einem neuen Reifen. Also haben wir heute viele Änderungen vorgenommen, um zu verstehen, wie wir hinten etwas Grip gewinnen können, ohne das Gefühl zu opfern, das ich für die Front habe, denn das ist wirklich gut.“

Text von Juliane Ziegengeist, Co-Autoren: Mark Bremer, Matteo Nugnes

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