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© LAT – Jorge Lorenzo erlebt seine bisher schwierigste MotoGP-Saison

(Motorsport-Total.com) – Als Test- und Ersatzfahrer ist Stefan Bradl hautnah dran am Geschehen in der Honda-Box.

Anfang Oktober absolvierte der Deutsche mit Blick für 2020 einen weiteren Privattest in Jerez. Und auch im nächsten Jahr wird er in dieser Funktion für Honda tätigt sein. „Meine Zukunft sieht gut aus“, bestätigt Bradl bei ‚ServusTV‘. „Ich werde als Testfahrer bei HRC weitermachen.“ Seine Arbeit wird im Team geschätzt.

Wie groß ist sein Anteil an den Erfolgen von Marc Marquez? „Das weiß ich nicht, aber ein kleiner Anteil ist sicher dabei“, meint Bradl. „Wir haben das Motorrad zusammen weiterentwickelt und in die Saison gebracht. Fahrerisch braucht man sich nicht unterhalten. Marc hat das Ding gerockt dieses Jahr. Ein wenig steckt von mir drin, aber das müssen andere beurteilen. Am besten er selbst oder das Team.“

Anders sieht es auf der anderen Seite der Honda-Box aus. Auf dem Sachsenring, in Brünn und in Spielberg vertrat Bradl den verletzten Jorge Lorenzo. In allen drei Rennen sammelte der 29-Jährige WM-Punkte. Lorenzo wurde seit seinem Comeback zweimal 14. Zuletzt in Aragon kam der Spanier nur als 20. ins Ziel und in Thailand als 18. Die Formkurve zeigte beim dreimaligen MotoGP-Weltmeister noch weiter nach unten.

Bradl: „Jorge ist auf verlorenem Posten“
„Die Ergebnisse sprechen dafür, dass man sich Sorgen machen muss“, meint Bradl. „Ich habe das in Aragon aus nächster Nähe beobachtet. Da habe ich mir auch gedacht, dass mir Jorge etwas leid tut, denn er ist momentan auf verlorenem Posten. Er weiß nicht, wo er beim Motorrad ansetzen muss. Noch dazu hat er so einen starken Teamkollegen 20 Meter rechts daneben.“

„Marc zermürbt Jorge mental. Das ist momentan das Problem. Jorge hat kein Vertrauen ins Motorrad und hat einen Teamkollegen, der alles in Grund und Boden fährt. Dazu kommt noch Pech [mit Verletzungen]. Aus diesem Strudel kommt er momentan überhaupt nicht raus. Momentan ist es extrem schwierig bei ihm. Mal schauen, ob es so weitergeht.“

Bradl ist für nächstes Jahr als Testfahrer gesetzt. Ob er mangels Alternativen den Platz von Lorenzo übernehmen könnte, falls es im Winter zu einer Trennung kommt, ist ungewiss. Bisher soll Honda mit Bradl nur über die weitere Testarbeit gesprochen haben. Im November sind die nächsten Testfahrten in Spanien mit Blick auf kommende Saison geplant. Weiter geht es dann erst wieder Anfang Februar in Malaysia.

Lobende Worte findet Bradl für seinen Teamkollegen Marquez, mit dem er sich gut versteht: „Es ist Wahnsinn, denn bei allen Rennen, die er beendet hat, war er schlechtestenfalls auf Platz zwei. Er ist nur in Austin ausgeschieden durch einen Sturz, wobei ein kleiner technischer Defekt zum Sturz geführt hat. Ansonsten wäre das auch ein Sieg gewesen. Dann hätte er vermutlich schon den Titel in Aragon geholt. Es war die konstanteste und beste Saison von ihm. Da fehlen einem schon die Worte.“

Text von Gerald Dirnbeck

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