Maverick Vinales - © Yamaha Motor Racing Srl

© Yamaha Motor Racing Srl – Maverick Vinales gilt bei der Konkurrenz als heißer Sieg- und Titelkandidat

Vier MotoGP-Tests, vier Bestzeiten, und alle stammen von Maverick Vinales.

Der 22-Jährige, der in der vergangenen Saison mit Suzuki einen Sieg einfuhr und mehrfach auf dem Podium stand, hat sich über den Winter zu einem der heißesten Kandidaten auf einen Auftaktsieg in Katar gemausert. Und nicht wenig sehen in dem jungen Spanier auch einen Anwärter auf den nächsten MotoGP-Titel.

Das Talent des Moto3-Weltmeisters von 2013 ist unbestritten. Schon bei Suzuki brachte er das Bike trotz unterlegenen Materials ans Limit und bescherte dem Team sein erfolgreichstes Jahr seit der Rückkehr in die MotoGP. Mit seinem Wechsel zu Yamaha ist Vinales nun erstmals in einem Top-Team unterwegs und duelliert teamintern mit niemand Geringerem als Neunfach-Weltmeister Valentino Rossi.

Die Erwartungen an Vinales sind hoch – erst recht nach seiner beeindruckenden Vorsaison. Yamaha-Teamdirektor Massimo Meregalli sieht jedoch keine Anzeichen dafür, dass sich der Spanier davon einschüchtern ließe: „Er kann mit dem Druck gut umgehen, ist ein ruhiger Charakter. Dass er so in sich ruht, hat mich angesichts seines Alters überrascht. Er wirkt viel reifer“, sagt er im Gespräch mit ‚motogp.com‘.

Vinales von eigener Rennpace überrascht
Doch nicht nur Vinales‘ Persönlichkeit und Arbeitsweise haben bei Meregalli Eindruck hinterlassen. „Als wir uns die Daten angeschaut haben, konnten wir sehen, dass er am Kurveneingang sehr stark ist und schnell und früh das Gas aufdreht“, weiß der Italiener und schwärmt: „Er hat sehr viel Talent und ist dabei erst 22 Jahre alt. Sein Verlangen, Rennen zu fahren und vorn zu sein, ist sehr groß.“

Dass er in Katar nicht nur auf eine Runde, sondern auch im Longrun schneller als der Rest sein würde, damit hatte Vinales selbst nicht gerechnet: „Ich wusste, dass ich auf eine Runde gesehen schnell sein kann. Aber ich hatte ein paar Zweifel, was die Racepace angeht. Umso mehr freut mich, dass es so gut war.“ Sein Team habe viele Daten gesammelt, sodass man nun „etwas entspannter“ ins Rennwochenende gehen könne.

Das Ziel für den Saisonauftakt ist klar: „Wir wollen gewinnen. Und ich glaube, wir können gewinnen. Langfristig arbeiten wir natürlich auf den Titel hin“, stellt Vinales im Gespräch mit ‚motorsport-total.com‘ fest. Dennoch weiß er, dass die Konkurrenz nicht schläft. Auf Valentino Rossi und Marc Marquez angesprochen sagt er: „Sie sind großartige Fahrer und auf einem unglaublichen Niveau. Sie werden auf jeden Fall da sein.“

Dovizioso: Vinales ist Favorit auf den WM-Titel
Und nicht nur sie, glaubt Vinales. Auch die Ducati-Piloten Jorge Lorenzo und Andrea Dovizioso sowie Dani Pedrosa (Honda) zählt er zum engeren Favoritenkreis auf einen Sieg. „Es wird kein einfaches Jahr, wir müssen stark und clever sein“, sagt der aufgehende Yamaha-Stern, der auch bei der Konkurrenz bleibenden Eindruck hinterlassen und die eine oder andere Sorgenfalte verursacht hat.

„Ich denke, dass Vinales momentan unter allen Bedingungen wirklich schnell ist. Das ist schlecht für uns und für alle anderen“, gibt Ducati-Fahrer Dovizioso gut, der am ersten Testtag in Katar noch die Bestzeit gesetzt hatte. Für ihn Vinales klarer Favorit auf den WM-Titel: „Es kann viel passieren, das hat Marquez im vergangenen Jahr gezeigt. Aber für den Moment ist Vinales der Maßstab. Er ist talentiert, jung und hat ein gutes Bike.“

Jonas Folger, der mit Vinales in der Moto3 und Moto2 fuhr, weiß, dass er sich von seinem jungen Kollegen noch viel lernen kann: „Maverick ist ein Neuling auf der Yamaha. Zu Beginn hieß es immer, dass man mit der Yamaha sehr weich fahren muss. Maverick ist einer der ersten Fahrer, die auf der Yamaha mit einem aggressiven Fahrstil schnell sind. Das macht es sehr interessant. Von Maverick kann man sich einiges abschauen.“

Vinales sicher: Mindestens fünf Fahrer siegfähig
Folger bestreitet in diesem Jahr seine erste Saison und der Königsklasse und fährt als Tech-3-Pilot selbst eine Yamaha. Beim Test in Katar konnte er sich für einige Runden an Vinales heften und ihn studieren. „Dabei konnte ich mir ein bisschen was abschauen. Wir fuhren ein ähnliches Tempo. Der Unterschied war nicht groß. Es waren kleine Details, die er besser macht als ich“, so der Deutsche, der sich bisher stark präsentierte.

Die drei Testtage in Katar schloss er sogar vor Weltmeister Marc Marquez ab, der auf dem Losail International nach seiner Pace suchte. „Die Strecke ist eine der schlechtesten und schwierigsten für uns, denn sie verlangt eine gute Beschleunigung und Kurvengeschwindigkeit. Es gibt wenig stop and go“, erklärt der Spanier. Er weiß, dass er ähnlich wie im Vorjahr vor allem mit Köpfchen unterwegs sein muss.

Das heißt vor allem, nicht mit der Brechstange auf Sieg fahren zu wollen: „Ich werde in dieser Saison unmöglich auf jeder Strecke, an jedem Wochenende der Schnellste sein können. Wir müssen also gut kalkulieren und jedes Wochenende neu verstehen, auf welchem Level wir sind“, erklärt Marquez. Derzeit sei Vinales der Schnellste – und Marquez und sein Team suchen nach Lösungen, um ihm näher zu kommen.

Vinales wiederum betont, dass mit Marquez immer zu rechnen sei und stellt sich auf harte Spitzenkämpfe an. „Marc wird mit Sicherheit in jedem Rennen da sein“, mutmaßt der Yamaha-Pilot und erinnert zugleich an die vergangene Saison mit zehn verschiedenen Siegern: „Man kann sich nicht auf einen Namen versteifen. Letztes Jahr war wirklich verrückt, es gibt mindestens fünf siegfähige Fahrer.“

Text von Juliane Ziegengeist & Sven Haidinger

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