Jonathan Rea - © LAT

© LAT – Jonathan Rea widmete den Sieg dem
tödlich verunglückten William Dunlop

(Motorsport-Total.com) – Das zweite Rennen der Superbike-WM im italienischen Misano verlief deutlich spannender als Lauf 1.

Jonathan Rea holte sich zwar wieder den Sieg, aber der Weltmeister musste um seinen Erfolg kämpfen. Aufgrund der umgedrehten Startaufstellung griff Rea von Platz neun an. Und die Gegner machten es ihm schwer. Gleichzeitig nutzte Michael van der Mark (Yamaha) seine Pole-Position perfekt und setzte sich in der Anfangsphase an die Spitze.

Im Laufe der ersten Rennhälfte konnte Rea seine Manöver und einige Gegner überholen. Erst als er zu Marco Melandri (Ducati), der Zweiter war, aufschloss, stockte der Vorwärtsdrang. Der Routinier aus Italien leistete Gegenwehr. Rea musste alle Tricks auspacken, um vorbeizukommen. Als es der Brite schließlich zwölf Runden vor Rennende schaffte und sich den zweiten Platz schnappte, hatte sich van der Mark schon einen Vorsprung von rund eineinhalb Sekunden herausgefahren.

Der Vorsprung schrumpfte allerdings rasch. Rea hatte die Yamaha schnell eingeholt, aber vorbeifahren war eine andere Geschichte. Van der Mark verteidigte sich gut, Rea lauerte auf seine Chance. Auch Melandri kam wieder näher. Schließlich probierte es der Brite auf der Zielgeraden und bremste sich dann in Kurve 2 geschickt innen an van der Mark vorbei. Das war die Entscheidung. Rea brachte seinen sechsten Sieg in Misano und den 120. für Kawasaki ins Ziel.

„Es war harte Arbeit“, atmet Rea im Parc Ferme durch. „Ich habe 200 Prozent gegeben! Ich weiß, dass das nicht möglich ist, aber ich habe alles gegeben. Es war sehr schwierig, durch den Verkehr zu kommen. Die Motorräder waren auf einem ähnlichen Niveau. Außerdem bin ich heute mit einem steifen Nacken aufgewacht und habe den Vormittag mit meinem Physiotherapeuten verbracht. Ich habe das ganze Rennen an William Dunlop gedacht und möchte ihm den Sieg widmen. Ich kann mir nicht vorstellen, was seine Familie derzeit durchmacht.“

Komfortabler Vorsprung für die Sommerferien
Mit seinem zehnten Saisonsieg kann Rea die Sommerpause mit einem beruhigenden Vorsprung in der Weltmeisterschaft beginnen. Sein Polster auf Chaz Davies (Ducati), der in diesem Rennen den vierten Platz belegte, ist auf 92 Punkte angewachsen. Van der Mark liegt als WM-Dritter schon 122 Zähler zurück (zur WM-Wertung). Bei noch 200 zu vergebenden Punkten in den restlichen Saisonrennen schwinden die Chancen der Verfolger zunehmend, Rea noch abzufangen.

„In einigen Bereichen fühlte ich mich besser als gestern, in anderen weniger“, analysiert van der Mark seine knappe Niederlage. „Ich hatte Mühe, die Pace konstant zu halten. Trotzdem konnte ich leicht wegfahren, als sich Johnny und Marco ein Duell lieferten. Dann holte mich Johnny ein und ich versuchte so sauber wie möglich zu fahren. In den letzten beiden Runden war ich hinter ihm, konnte aber nicht schneller fahren. Ich bin mit dem zweiten Platz sehr zufrieden.“

Nachdem am Samstag Davies auf dem Podest war, schaffte es nun Melandri. Pech hatte Xavi Fores, der nach dem Start führte, aber schon nach wenigen Runden mit technischem Defekt aufgeben musste. „Es war ein schwieriges Wochenende“, sagt Melandri. „Wir hatten Probleme mit dem Wetter und dem Motorrad. Heute war das Bike aber viel besser. Ich habe versucht van der Mark am Ende zu überholen, aber ich habe den Vorderreifen zu stark gestresst. Trotzdem haben wir für die Fans eine tolle Show geboten.“

Hinter dem Ducati-Duo Melandri und Davies fuhr Tom Sykes (Kawasaki) als Fünfter ins Ziel. Viereinhalb Sekunden fehlten der Nummer 66 auf seinen Teamkollegen. Alex Lowes, der im ersten Rennen von seiner Yamaha gestürzt ist, folgte als Sechster. Bei Milwaukee-Aprilia setzte sich Lorenzo Savadori knapp gegen Eugene Laverty durch. Loris Baz brachte die BMW als Neunter ins Ziel. Leon Camier rundete mit der Honda die Top 10 ab. Die nächsten Rennen der Superbike-WM finden Mitte September in Portimao (Portugal) statt.

Ergebnisse Rennen1 Misano 2018 Superbike-WM

WSBK Race2 Misano - @www.worldsbk.com

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Text von Gerald Dirnbeck

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