Cal Crutchlow - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Im nächsten Jahr arbeitet Cal Crutchlow für Valentino Rossi und Co.

(Motorsport-Total.com) – „Cal ist eine gute Idee, weil er schnell ist“, sagt Valentino Rossi über Yamahas neuen Testfahrer. „Ich habe eine gute Beziehung zu ihm.“

Statt Jorge Lorenzo, der wegen der Coronavirus-Pandemie praktisch nicht testen konnte, wurde Cal Crutchlow verpflichtet. Der Brite, der von 2011 bis 2013 für Tech-3-Yamaha gefahren ist, soll im nächsten Jahr deutlich mehr testen und dem Projekt helfen.

„Dass wir Cal verpflichtet haben, unterstreicht unsere Ambitionen“, betont Yamaha-Teamchef Lin Jarvis. „Wir sind überzeugt, dass er eine sehr gute Wahl ist. Er ist ein harter Arbeiter und hungrig darauf, sich in dieses Projekt einzubringen.“

Für Lorenzo war in diesem Jahr ein umfangreiches Testprogramm geplant gewesen, das wegen der Pandemie von Yamaha Japan abgesagt wurde. Der dreimalige MotoGP-Weltmeister absolvierte nur zwei Tests mit dem 2019er-Modell.

Crutchlow steht voll im Saft
„Alle anderen Aktivitäten wurden leider abgesagt“, bedauert Jarvis. „Das war negativ und hat uns in diesem Jahr beeinflusst, weil wir nicht an den Problemen arbeiten konnten. Ich bin immer noch überzeugt, dass Jorge ein exzellenter Testfahrer für diesen Job gewesen wäre.“

Aber warum hat man dann nicht mit Lorenzo im nächsten Jahr weitergemacht? „Jorge ist während dieser Monate nicht gefahren. Unsere Entscheidung basiert darauf, dass Cal eine komplette Saison hinter sich hat“, erklärt der Brite.

„Wenn wir Jorge genommen hätten, dann wäre er praktisch eineinhalb Jahre von einer kompletten Saison entfernt gewesen. Cal ist rennfit und voll bereit. Er hat Leidenschaft für dieses Projekt gezeigt. Deshalb ist er in diesem Moment die richtige Wahl für uns.“

Es wird 2021 mehr private Tests geben
„Wir werden den gleichen Fehler nicht zweimal machen und werden im nächsten Jahr ein intensiveres Testprogramm haben. Wir hatten in diesem Jahr einen neuen Motor und ein neues Chassis. Es war ein Handicap, dass wir abgesehen von den offiziellen Testfahrten kaum Tests hatten.“

„Wir haben sehr viele Informationen gesammelt. Unsere Ingenieure werden das Chassis verändern und an den Problemen arbeiten. Mit den Wintertests und dem Input von Cals Erfahrung sind wir zuversichtlich, dass wir unsere Probleme lösen werden.“

Denn dass das 2020er-Modell Potenzial hat, haben drei Siege von Fabio Quartararo und einer von Maverick Vinales gezeigt. Auf der anderen Seite hat Franco Morbidelli mit der älteren Spezifikation auch drei Rennen gewonnen.

Mit sieben Siegen bei 14 Grands Prix war Yamaha in der abgelaufenen Saison die erfolgreichste Marke. Aber kein Fahrer schaffte eine konstante Performance. Deshalb gilt es für die Yamaha-Ingenieure, die richtigen Puzzleteile zusammenzusetzen.

Quartararo hofft, dass das mit einem ausgedehnten Testprogramm und Crutchlow gelingen wird: „Das Testteam wird sehr wichtig werden, weil wir den Motor nicht ändern dürfen. Deshalb müssen wir an allen anderen Aspekten arbeiten.“

Text von Gerald Dirnbeck

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