Andrea Dovizioso - © Ducati

© Ducati – Die Fahrer sehen die Vorzüge, aber auch kleine Nachteile der Ducati GP15

Mit der neuen GP15 will Ducati in diesem Jahr wieder aus eigener Kraft um Siege kämpfen.

Der letzte Erfolg datiert aus dem Jahr 2010, als Casey Stoner sein Heimrennen in Australien gewinnen konnte. Vom Karbon-Rahmen hat sich die Firma schon länger verabschiedet. Nun hat Luigi Dall’Igna mit der GP15 die kompakteste Desmosedici aller Zeiten gebaut. Der erste Wintertest in Malaysia verlief vielversprechend. Das Motorrad war von Beginn an zuverlässig, das chronische Untersteuern ist ausgemerzt.

Werksfahrer Andrea Iannone verlor auf die Bestzeit von Marc Marquez nur sechs Zehntelsekunden. Bei Ducati herrscht Zuversicht. „Ich bin mit diesem Test sehr zufrieden“, zieht Dall’Igna ein positives Fazit. „Alles scheint gut zu laufen. Wir konnten an diesen drei Tagen ohne Schwierigkeiten mit der Zuverlässigkeit fahren. Das ist für ein neues Motorrad sehr wichtig. Das Lenkverhalten der GP15 ist auch besser als beim Vorgängermodell. Das war das Hauptziel für dieses Bike.“

Allerdings traten auch Schwierigkeiten auf. Andrea Dovizioso hatte noch kein komplettes Vertrauen. Es muss noch mit verschiedenen Abstimmungen experimentiert werden, um das Paket optimal einzustellen. „Es gab schwierige Punkte, vor allem in der Bremsphase. Dazu noch kleinere Probleme, die wir lösen müssen“, sagt Dall’Igna, will aber nicht mehr verraten. „Iannone hat schon ein sehr gutes Gefühl entwickelt. Seine Kommentare und sein Tempo auf der Strecke sind positiv.“

„Dovizioso hat noch im letzten Teil der Bremsphase Schwierigkeiten. Das müssen wir in den Griff bekommen. Generell bin ich zufrieden, denn die Arbeit mit der GP15 hat positiv begonnen“, so Dall’Igna. „80 Prozent der Aussagen der Fahrer stimmen mit unseren Simulationen überein, aber die restlichen 20 Prozent müssen wir noch verstehen.“ Bis zum nächsten Test Mitte März in Katar werden die Ingenieure die gesammelten Daten genau analysieren.

Katar-Test wird ausschlaggebend
Offen ist noch, mit welchem Modell Ducati den Saisonauftakt in Katar bestreiten wird. „Ich möchte vor dem Katar-Test keine Entscheidung treffen. Ein Kurs ist nicht genug, um ein neues Motorrad zu verifizieren. Wir brauchen auch noch mehr Kilometer mit dem Motor“, hält Dall’Igna bei ‚Crash.NET‘ fest. Es könnte durchaus der Fall sein, dass das Werksteams den Saisonauftakt noch mit der alten GP14.3 in Angriff nimmt.

Viel hängt auch mit der Menge an Ersatzteilen zusammen. Beim Sepang-Test hatten Iannone und Dovizioso je eine GP15 zur Verfügung. Allerdings zerstörte Dovizioso sein Modell beim Michelin-Reifentest am Donnerstag durch einen Sturz. Die Entscheidung mit welchen Motorrädern das erste Rennen gefahren wird, wird erst nach dem Test in Katar getroffen. Es ist auch die Variante denkbar, dass jeder Fahrer eine GP15 und eine GP14.3 in der Garage stehen hat.

„Am Ende ist es die Entscheidung der Fahrer, nicht meine“, sagt Dall’Igna. „Der Fahrer muss das Beste für die Performance machen und nicht meiner Meinung folgen.“ Und worin besteht im Detail der Unterschied zwischen den beiden Motorrädern – abgesehen von der kompakteren Bauweise? „Das neue Motorrad ist in der Schikane etwas schneller.“

„In manchen Streckenabschnitten gewinnen wir viel, in anderen müssen wir uns noch verbessern, um die Performance der GP14 zu erreichen“, vergleicht der Technikguru anhand der Sepang-Strecke. „Mit dem Verhalten der GP15 in schnellen Kurven bin ich sehr zufrieden. Noch nicht glücklich bin ich mit der Bremszone und vor allem dem letzten Teil der Bremsphase.“

Für Gesprächsstoff sorgte in Malaysia die neue Evolution des Seamless-Getriebes von Yamaha. Honda ist auf diesem Gebiet seit 2011 führend und auch Ducati verfügt schon länger über ein Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung. Dall’Igna ist mit dem Getriebe zufrieden und denkt nicht, dass in den kommenden Monaten in diesem Bereich nachgebessert werden muss. „Wir wollen die Elektronik etwas verändern, wenn die Gänge gewechselt werden. Das Getriebe selbst wollen wir nicht verändern. Im vergangenen Jahr haben wir uns diesbezüglich verbessert und dieser Stand wird 2015 so bleiben.“

Text von Gerald Dirnbeck

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