Andrea Dovizioso - © Ducati

© Ducati – Hat Ducati einen Masterplan für die Desmosedici in der Hinterhand?

Der Anblick der 2017er-Variante der Ducati Desmosedici mag auf den ersten Blick leicht ungewohnt gewesen sein, schließlich ist es die erste Werks-Ducati seit zwei Jahren, die keinerlei Winglets aufweist.

Die Italiener hatten diese Anfang 2015 in der MotoGP eingeführt und damit ein aerodynamisches Wettrüsten ausgelöst, bis die FIM dem Treiben nun ein Ende setzte. Das Verbot trifft die Italiener von allen Herstellern am härtesten, schließlich waren sie die Vorreiter in dieser Technologie.

So überrascht es kaum, dass Luigi Dall’Igna die Präsentation der neuen Maschine auch noch einmal zu einem Rundumschlag gegen das Winglet-Verbot nutzte: „Niemand hat eine Lösung dafür. Meines Erachtens ist es ohne die Flügel ein Schritt zurück, das ist klar. Jeder versucht, den bestmöglichen Kompromiss zu erzielen, aber niemand wird die Performance erreichen, die wir vorher hatten.“

Die Winglets haben insbesondere beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven heraus geholfen, indem sie das Vorderrad auf dem Boden hielten. Dall’Igna sieht aber noch eine weitere Fahrdisziplin betroffen: „Das Motorrad wird ohne die Flügel auch beim Bremsen etwas schwächer sein. Da werden alle Performance verlieren.“

Performance-Suche in der Kurvenmitte
Gespannt wird erwartet, wie die endgültige Version der Ducati Desmosedici GP17 aussehen wird. Es halten sich Spekulationen, dass Ducati einen Weg gefunden habe, das Winglet-Verbot zu umgehen. Und Dall’Igna verspricht: „Das Motorrad wird sich während der Testfahren noch deutlich verbessern. Wir haben etwas in der Pipeline…“ Allerdings fügt er hinzu, dass es nichts sei, was sofort ins Auge stechen würde. „Das Motorrad wird sich während der Tests noch verbessern, aber wir werden in Katar mit einem ziemlich ähnlichen Rahmen (wie dem hier präsentierten; Anm. d. Red.) starten.

Dank der Verpflichtung von Jorge Lorenzo bekommt Ducati nun frisches Feedback. „Er hat ein ganz anderes Gefühl“ vergleicht der 52-jährige Motorsportchef die Testeindrücke Lorenzos mit dem bekannten Input seines Vorgängers Andrea Iannone. Gemeinsam mit Andrea Dovizioso wird sich der fünfmalige Weltmeister darauf konzentrieren, das Motorrad vor allem in der Kurvenmitte zu verbessern.

Es gibt zwei Schlüsselbereiche, in denen Ducati Aufholbedarf hat: das Einlenkverhalten der Maschine, wenn die Bremse vollständig losgelassen wurde, und der erste Teil der Beschleunigungsphase, unmittelbar nachdem der Fahrer das Gas aufgedreht hat. „Wir haben ein paar Ideen, die müssen wir bei den Tests evaluieren“, so Dall’Igna. Ducati wird bei den Wintertestfahrten reichlich Arbeit ins Haus stehen.

Text von Heiko Stritzke

Motorsport-Total.com
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