Joan Mir - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Duell der Ex-Weltmeister im „Japan-Cup“: Joan Mir gegen Fabio Quartararo

(Motorsport-Total.com) – Nach dem MotoGP-Saisonauftakt 2024 in Katar hat Yamaha im „Japan-Cup“ knapp die Nase vor Honda.

Im Sprint am Samstag sind beide Marken leer ausgegangen. Im Grand Prix wurde Fabio Quartararo (Yamaha) Elfter und Johann Zarco (LCR-Honda) Zwölfter. Somit hat Yamaha in der Herstellerwertung fünf Zähler auf dem Konto und Honda vier.

Honda-Werksfahrer Joan Mir kam im Grand Prix direkt hinter Zarco über die Ziellinie. Takaaki Nakagami (LCR) wurde 19. Einen schwierigen Honda-Einstand hatte Luca Marini, der im Sprint und im Grand Prix am Ende des Feldes fuhr.

„Ich habe gesagt“, hält Mir fest, „dass es kein Desaster ist, wenn wir auf dieser Strecke nahe an den Top 10 sind. Die anderen sind weit weg, aber ich war vor einigen Motorrädern, die konkurrenzfähiger als meines sind. Das müssen wir momentan machen.“

„Ich bin zufrieden, weil meine ersten Runden nicht schlecht waren. Ich habe einige Positionen gutgemacht. Ich konnte die erste Gruppe sehen und habe den Reifen gut kontrolliert. Ich war die meiste Zeit des Rennens hinter Fabio [Quartararo].“

„In den letzten fünf Runden wollte ich ihn überholen und habe mich um eine Sekunde von ihm abgesetzt. Aber dabei habe ich den Reifen gekillt. Aber ich konnte mitkämpfen und es ein wenig genießen. Ich habe im Japan-Cup mitgekämpft und ihn sogar angeführt.“

„Platz elf wäre möglich gewesen. Beim nächsten Mal muss ich in den letzten fünf Runden den Reifen besser managen. Ich hatte nicht erwartet, dass der Reifen am Ende so stark nachlassen würde. Wir sind aber bei keinem Test so viele Runden am Stück gefahren.“

Das Fazit von Mir ist klar: „Wir haben die gleichen Probleme [wie im Vorjahr], sind aber schneller. Ich habe Vertrauen zum Vorderrad, aber wenn ich mehr riskieren will, dann würde ich stürzen. Das Limit ist nicht weit weg.“

„Unser Grip ist nicht fantastisch. Wenn man hart bremsen und das Motorrad umlenken will, dann haben wir vielleicht bei diesem Aspekt etwas verloren. Wenn man im Qualifying alleine fährt, dann gibt es ein Limit und das kommt sehr schnell.“

Zarco: „Informationen werden immer klarer“
Dass die Honda besser funktioniert, wenn man einem anderen Fahrer folgt, war schon im vergangenen Jahr klar. „Das Motorrad verhält sich dann anders“, findet Honda-Neuling Zarco. „Das kann eigentlich nur an der Aerodynamik liegen.“

Der Franzose betont nach Katar erneut, dass er sich auf der RC213V wohlfühlt und das Fahren genießt: „An diesem Wochenende haben wir eine Basis gefunden, denn selbst wenn man bei einem Test einen Longrun fährt, erhält man nicht die gleichen Informationen wie bei einem Rennen.“

„Die Informationen werden immer klarer. Wir müssen diese Rennen für die Entwicklung nutzen“, betont Zarco die Herangehensweise. „Zumindest war die Konstanz vorhanden. Wir verstehen also, wie wir das Motorrad kontrollieren müssen.“

„In jeder Runde fehlen ein paar Zehntelsekunden, aber das kommt mit der Zeit, wenn wir das Motorrad verbessern. Die anderen haben diese Basis und können darauf entwickeln. Wir arbeiten daran. Deshalb haben wir manchmal große Probleme, die die anderen nicht mehr haben.“

Nakagami: „Grip ist das Hauptproblem“
Ein ernüchterndes Fazit zieht allerdings Nakagami, der seine siebte Honda-Saison in Angriff genommen hat. „Ich denke, die Performance des Motorrads ist leider ähnlich wie im Vorjahr“, so die Einschätzung des Japaners.

„Wir haben hinten keinen Grip. Das ist unser Hauptproblem. Wir müssen das Drehmoment per Elektronik reduzieren. Deswegen verlieren wir bei der Traktion. Das Motorrad fährt nicht vorwärts, weil das Hinterrad stark durchdreht. Das macht es immer sehr knifflig.“

„Einerseits verstehen wir unsere Performance. Die Honda-Ingenieure verstehen, dass wir nicht bereit sind, um ehrlich zu sein. Es ist auch eine besondere Rennstrecke, die Verhältnisse ändern sich bei jeder Session stark. Deshalb können wir nicht zu 100 Prozent eine Beurteilung treffen.“

Neue Entwicklungen in Portimao erwartet
In zwei Wochen geht es in Portugal auf der Portimao-Strecke weiter. Nach den Wintertests in Sepang und dem Test sowie dem Rennwochenende in Katar wird das eine weitere Standortbestimmung werden.

„Marc war dort im Vorjahr schnell“, macht sich Zarco Hoffnungen. „Vielleicht ist dort unser Nachteil geringer als auf einer schnellen Strecke wie Katar. Wir wissen, dass wir noch nicht für das Podium bereit sind, aber das Projekt ist viel besser als in den vergangenen beiden Jahren.“

Die Veränderungen bei Honda, personell und bei der Herangehensweise, betont auch Mir: „Im Vorjahr hatten wir das ganze Jahr das gleiche Paket. Das war mental sehr hart. In diesem Jahr sehe ich Veränderungen. Ich hoffe, das setzt sich so fort.“

Für Portimao erwartet Honda auch neue Entwicklungen, die jüngst Stefan Bradl in Jerez bei privaten Tests evaluiert hat. „Wenn Stefan sagt“, so Nakagami, „dass die neuen Teile besser als unsere Basis funktionieren, dann ist es gut.“

Text von G.Dirnbeck, Co-Autoren: O.Puigdemont, L.D’Adderio

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