Fabio Quartararo - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Fabio Quartararo weiß, dass es keinen schnellen Weg zurück an die Spitze gibt

(Motorsport-Total.com) – Knapp 18 Sekunden Rückstand und Platz elf: Für Yamaha-Werkspilot Fabio Quartararo hielt der MotoGP-Saisonauftakt in Katar nur wenig Positives bereit. Das erste MotoGP-Wochenende der neuen Saison zeigte die Schwächen der 2024er-Yamaha auf.

Bereits vor dem Saisonauftakt war klar, dass bei der Entwicklung der M1 keine schnellen Fortschritte zu erwarten sind. Doch dass Yamaha so weit zurückliegt, sorgt im Lager der ehemaligen Weltmeister für Ernüchterung.

„Es ist, wie es ist. Die Leute arbeiten sehr hart, doch wir liegen immer noch weit zurück. Es ist schwierig, weil ich mein Potenzial kenne und weiß, wo ich sein könnte“, bemerkt Ex-Weltmeister Quartararo nach dem Wochenende in Lusail.

„Wir sind weiter weg als im Vorjahr“, stellt der Franzose fest. „Wir konnten uns ein bisschen verbessern, doch die Gegner konnten sich noch stärker verbessern und sind schneller als im Vorjahr. Die Lücke zwischen den europäischen Herstellern und uns ist noch größer geworden. Das gilt aber auch für Honda. Uns fehlt etwas, sie kämpfen aber auch sehr stark.“

„Ich habe durch dieses Rennen nichts gelernt. Ich erkannte lediglich, dass wir weit zurückliegen. Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Wir müssen etwas tun“, fordert Quartararo im Gespräch mit Canal+.

Immerhin: Fabio Quartararo gewinnt den „Japaner-Cup“
Das Wettrennen der japanischen Hersteller konnte Quartararo immerhin für sich entscheiden. „Wir fahren in einer eigenen Meisterschaft. Es fühlt sich merkwürdig an, dass wir sechs Fahrer mit den japanischen Bikes so weit zurückliegen. Aber wir müssen weiterarbeiten und versuchen, 100 Prozent zu geben, auch wenn es hart ist“, kommentiert er.

Doch was fehlt Yamaha? In der Vergangenheit klagte Quartararo über den Motor der M1. Die Feedbacks des Ex-Champions haben sich mit der Zeit verändert. „Es gibt nicht das eine große Problem. Es sind viele kleine Probleme“, erkennt er.

„Es ist kompliziert, weil wir nicht einfach sagen können, ‚wir müssen die Aero verbessern‘. Nein, wir müssen die Aero verbessern, genau wie das Kurvenverhalten, die Traktion, den Reifenverbrauch und die Elektronik. Wir haben eine lange Liste an Dingen, die wir verbessern müssen“, lässt Quartararo durchblicken.

„In den ersten Runden sind wir sehr langsam“, stellt der Yamaha-Pilot fest. „Wir sind nicht so schnell wie die Fahrer an der Spitze. Mir gelang ein sehr guter Start. Ich war zu Beginn hinter Aleix (Espargaro) und (Pedro) Acosta.“

„Doch die langgezogenen Kurven, in denen stark beschleunigt wird, sind unsere Schwäche“, erkennt Quartararo und staunt: „Das war 2021 noch unsere Stärke. Damals zog ich den Ducatis in der Dreifach-Rechts davon. Wir rätseln, warum wir in diesen Kurven so langsam sind.“

Historisch schlecht: Yamaha am Tiefpunkt angelangt?
Ist die aktuelle M1 die bisher schlechteste Version? „Wenn man das aktuelle Level vergleicht, dann ja“, so Quartararo. „Wir verbesserten uns. Deshalb ist es schwierig. Wenn man das Level unseres Motorrads mit dem der anderen Hersteller vergleicht, dann liegen wir aber weiter zurück als je zuvor.“

Eine schnelle Wende ist aktuell nicht in Sicht. „Wir müssen Schritt für Schritt Lösungen finden. Doch seit dem Test haben wir leider keine Fortschritte erzielt. Wir haben unsere Arbeitsweise ziemlich stark angepasst, auch was den Umgang mit der Elektronik angeht. Doch wir haben keine großen Fortschritte erzielt“, bedauert Quartararo.

Für den erfolgsverwöhnten Franzosen ist die aktuelle Situation qualvoll. Die Stimmung war schon besser bei der Startnummer 20. „Ich beendete das Rennen und blieb ruhig. Es fühlt sich seltsam an. Doch mein Wunsch besteht darin, hart zu arbeiten und wieder auf den Positionen zu landen, die ich verdiene und zu denen ich fähig bin“, nennt er seine Motivation.

Quartararo staunt, wie spielerisch seine Gegner fahren können. „Wenn ich so fahren würde wie diejenigen, die mich überholt haben, dann würde mein Reifen zwei Runden halten. (Maverick) Vinales überholte mich und sein Reifen rauchte in jeder Kurve. Wenn ich das mache, dann verliere ich gegen Rennende viele Sekunden“, wundert sich Quartararo nach dem Rennen in Katar.

Text von Sebastian Fränzschky, Co-Autor: Rachit Thukral

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