Jonathan Rea, Chaz Davies - © Kawasaki

© Kawasaki – Kawasaki-Pilot Jonathan Rea (1) ist momentan voll auf WM-Kurs

Nachdem Ducati mit Chaz Davies den finalen Teil der Saison 2016 dominierte und nach der Sommerpause sieben von acht Rennen gewann, waren die Ducati-Fans für die neue Saison sehr optimistisch.

In diesem Jahr sollte der erste Titel mit der Panigale folgen. Doch nach vier von 13 Rennwochenenden herrscht Ernüchterung.

Davies hat nach dem Assen-Wochenende bereits 84 Punkte Rückstand auf Titelverteidiger Jonathan Rea. Die WM rückte durch den technischen Defekt in Holland in weite Ferne. Rea konnte von den bisherigen acht Läufen sieben gewinnen. Der Weltmeister von 2015 und 2016 wirkt noch dominanter als im Vorjahr.

Was war über den Winter passiert? „Unsere Gegner haben genauso wie wir über den Winter gearbeitet. Aber wir konnten uns steigern im Vergleich zum Vorjahr“, betont Ducati-Superbike-Projektleiter Ernesto Marinelli im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. „Wir konnten unsere Zeiten auf den jeweiligen Strecken steigern. Auch bei den bisherigen Rennen waren wir schneller als im Vorjahr. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Ducati fehlt das nötige Glück
„In Phillip Island waren wir mehr oder weniger gleichauf, denn wir kämpften über die komplette Renndistanz mit Rea. Am Ende trennten uns wenige Sekundenbruchteile vom Sieg. Es hing vom Ausgang der letzten Runde ab. In Thailand hatten wir 2016 viele Probleme, was vor allem an der Hitze lag. Unser Motorrad ist ziemlich empfindlich, wenn es richtig heiß ist. Wir konnten uns in diesem Jahr verbessern. Der Rückstand war nicht allzu groß. Uns war bewusst, dass es eines der Rennen ist, bei dem wir die größten Schwierigkeiten haben. In Aragon konnten wir endlich wieder gewinnen, auch wenn das erste Rennen nicht so ausging, wie wir uns wünschten. Es war sehr eng“, blickt Marinelli zurück.

„Wir wussten, dass es keine einfache Saison wird. Die Verbindung Jonathan Rea/Kawasaki ist sehr effektiv. Es ist eine harte Aufgabe, diese Kombination zu schlagen. Das gelang uns aber oft im Vorjahr“, bemerkt der Ducati-Verantwortliche, der sich sehr über den Sieg in Aragon freute: „In Aragon wurde klar, dass es möglich ist, Rea zu schlagen. Wir müssen den Weg beibehalten, um uns weiter zu steigern.“

Doch wie kann man den scheinbar übermächtigen Rea stoppen? „Johnny ist ein sehr starker Fahrer, der bei allen Bedingungen schnell ist, egal ob im Trockenen, im Nassen oder bei Mischbedingungen gefahren wird. Zudem kommt er mit allen Strecken gut zurecht. Die Kawasaki scheint in einigen Bereichen etwas effektiver zu arbeiten als unser Motorrad“, analysiert Marinelli, der noch nicht aufgeben möchte: „Ich glaube aber nicht, dass wir momentan weit zurückliegen. Es sind die normalen Schwankungen von Strecke zu Strecke.“

Jonathan Rea hat keine Schwäche
Bisher biss sich WM-Herausforderer Chaz Davies an Rea die Zähne aus. „Ich sehe keine wirkliche Schwäche. Wir müssen weiter an unserem Paket arbeiten, damit wir das Potenzial der Maschine voll ausschöpfen können“, fasst Marinelli zusammen, der zwischen Kawasaki und Ducati beim Thema Reifenmanagement einige Unterschiede erkennt.

„Momentan sieht es so aus, als würde er die Haftung der Reifen besser nutzen können. Es fällt ihm leichter, eine richtig schnelle Runde zu fahren. Wir sind dafür ähnlich wie im Vorjahr konstanter“, schildert Marinelli, der nicht überrascht war, dass Kawasaki in Assen so starke Leistungen zeigen konnte: „Strecken, auf denen es etwas kälter ist, fordern die Reifen weniger stark. Deshalb hat Kawasaki keine Probleme beim Reifenverschleiß und kann die Vorteile der Maschine besser nutzen.“

Funktioniert die Ducati Panigale also besser bei Hitze? „Nein, das würde ich nicht behaupten. Es hängt von den Bedingungen ab. Der entscheidende Faktor ist, wie stark die Reifen beansprucht werden. Unser Motorrad geht etwas sanfter damit um als das Motorrad unserer Gegner. Wir können länger konstant fahren“, erklärt er.

Ist der V2-Motor für diese Eigenschaft verantwortlich oder ist es das Gesamtpaket der Ducati? „Ich denke, es ist auf die Charakteristik unserer Maschine zurückzuführen und hat nicht zwingend was mit dem V2-Motor zu tun. Es liegt am Chassis und dessen Charakteristik. Aber auch der Fahrstil von Chaz ist ein Faktor“, erläutert Marinelli.

Text von Sebastian Fränzschky

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