Yamaha MotoGP - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Bei den Herstellern liegt Yamaha auf der letzten Position der Gesamtwertung

(Motorsport-Total.com) – Die MotoGP-Saison 2023 ist für Yamaha bisher eine komplette Enttäuschung. Als einziger der fünf beteiligten Hersteller konnte Yamaha noch keinen Rennsieg feiern.

Ex-Weltmeister Fabio Quartararo fuhr in einem Sprint und in einem Hauptrennen in die Top 3, liegt nach den ersten neun Events aber außerhalb der Top 10 der Fahrerwertung, genau wie Yamaha-Teamkollege Franco Morbidelli.

„Die erste Saisonhälfte war ohne Zweifel eine Enttäuschung“, bilanziert Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis bei ‚MotoGP.com‘. „Wenn man die erste Saisonhälfte im Vorjahr mit der in diesem Jahr vergleicht, dann erkennt man, dass es einen komplett anderen Verlauf gab.“

Vor einem Jahr um die Zeit war Titelverteidiger Quartararo der klare WM-Leader. Doch nach seinem Sieg beim Sachsenring-Grand-Prix im Juni 2022 konnte der Franzose kein Rennen mehr gewinnen. Quartararo und Yamaha rutschte der WM-Titel 2023 aus den Fingern und beim Start in die neue Saison machte Yamaha dort weiter, wo man 2022 aufgehört hat.

Yamaha-Performance 2023: Welche Rolle spielt der neue Motor?
Dabei hatte man im Lager der „Blauen“ durchaus die Hoffnung, in diesem Jahr ein WM-Anwärter zu sein. „Wir erwarteten, besser zu sein“, bemerkt Lin Jarvis. „Wir konnten unsere Ziele in der ersten Saisonhälfte nicht erreichen und hatten regelmäßig zu kämpfen. Wir schafften es nur zwei Mal auf das Podium. Es entspricht nicht unserem Standard.“

„Es gibt viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen und die wir verbessern müssen“, erklärt der Yamaha-Rennleiter. Die im Vergleich zum Vorjahr größte Änderung in diesem Jahr ist der stärkere Motor. Kritiker behaupten, dass sich der 2023er-Motor negativ auf die Balance der Yamaha M1 ausgewirkt hat. Doch das sieht Lin Jarvis anders.

„Meiner Meinung nach ist der neue Motor einer der positiven Aspekte in diesem Jahr“, kommentiert der langjährige Yamaha-Manager. „In den zurückliegenden Jahren hatten wir beim Topspeed stark zu kämpfen. Unsere Fahrer wurden auf den Geraden oft überholt und befanden sich in einer schwierigen Situation.“

„Der Motor war auf jeden Fall eine positive Änderung, auch wenn einige Leute das sehr kritisch sehen. Es hat ein Problem behoben, das wir hatten. Es hat uns keinen Vorteil verschafft. Aber es hat einen Nachteil beseitigt, den wir in der Vergangenheit hatten“, erklärt Lin Jarvis.

Hat die Yamaha M1 keine Stärke mehr im Vergleich zur Konkurrenz?
Beim Topspeed ist die Yamaha in diesem Jahr näher dran. Dafür ist der einstige Handling-Vorteil verpufft. „Andere Hersteller haben vor allem beim Chassis und beim Handling Verbesserungen erzielt“, bestätigt Lin Jarvis.

„Das war in der Vergangenheit unsere Stärke. Doch jetzt haben wir beim Chassis keinen Vorteil mehr. Das erschwert es uns im Moment, zu kämpfen. Im Qualifying haben wir am stärksten zu kämpfen“, bedauert der Yamaha-Rennleiter.

Ein weiteres Problem ist, dass Yamaha nur noch zwei Fahrer im Feld hat und deshalb bei der Abstimmungsarbeit weniger Daten zur Verfügung hat als andere Hersteller. Ducati ist mit acht Fahrern überlegen und nutzt diesen Vorteil für sich, während KTM, Aprilia und Honda immerhin Kundenteams mit zwei weiteren Fahrern haben.

Das Ergebnis ist, dass die Yamaha-Piloten im Training oft zurückliegen, was die Ausgangslage für das Qualifying und später die Rennen erschwert. „Unsere Fahrer müssen an oder über das Limit gehen, was in Stürzen resultiert“, erkennt Lin Jarvis und hofft auf baldige Fortschritte beim M1-Projekt.

Text von Sebastian Fränzschky

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