Fabio Quartararo - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Fabio Quartararo und Alex Rins: 2024 sitzen beide auf einer Yamaha M1

(Motorsport-Total.com) – Fabio Quartararo hatte für quasi seine gesamte bisherige MotoGP-Karriere Franco Morbidelli als Teamkollege.

Das ändert sich jetzt. Im Yamaha-Werksteam, wo Quartararo bis Ende 2024 unter Vertrag steht, tritt der von LCR-Honda gekommene Alex Rins die Nachfolge von Morbidelli an.

Zuvor war Morbidelli von Anfang 2019 bis Ende 2020 im damaligen Yamaha-Satellitenteam Petronas sowie von Mitte 2021 bis Ende 2023 im Yamaha-Werksteam der Teamkollege von Quartararo. Das neue Yamaha-Fahrerduo Quartararo/Rins kennt sich gegenseitig gut. „In Andorra sind wir Nachbarn. Mein Haus befindet sich nur 100 bis 200 Meter von meinem entfernt. Wir sehen uns oft“, wird Rins von Marca zitiert.

„Abgesehen davon kennen wir uns seit Jahren, weil unsere Karrieren fast parallel verlaufen. Da kennt man seine Gegner einfach“, sagt Rins. Der Spanier gab sein Debüt in der Motorrad-WM im Jahr 2012. In der Königsklasse MotoGP fährt er seit 2017. Quartararo, der gut drei Jahre jünger ist als Rins, debütierte 2015 in der WM und fährt seit 2019 in der Königsklasse. Eben dort treten die beiden seither als Konkurrenten an, 2024 erstmals im selben Team.

Mit welchen Erwartungen, insbesondere bezogen auf die teaminterne Zusammenarbeit, geht Rins in sein erstes Yamaha-Jahr? „Ich freue mich. Fabio ist ein sehr talentierter Fahrer, der dieses Motorrad bestens kennt. Er fährt ja seit Beginn seiner MotoGP-Karriere für Yamaha. Ich glaube, bezogen auf die Weiterentwicklung des Bikes können wir ein starkes Team sein, indem wir sein Wissen und mein Wissen einbringen.“

Sowohl Rins als auch Quartararo gelten als Fahrer mit seinem sanften, runden Fahrstil, ähnlich wie es für den dreimaligen MotoGP-Weltmeister Jorge Lorenzo galt. Beim direkten Vergleich mit Quartararo erkennt Rins aber einen Unterschied, den er für sich nutzen will.

„Fabio ist sehr stark auf der Bremse. Er hat die Yamaha jahrelang für sich entwickelt, ähnlich wie es [Marc] Marquez in seiner Zeit bei Honda getan hat. Das erlaubt es ihm, extrem spät zu bremsen“, sagt Rins und vergleicht: „Ich weiß noch, wie genau das einer der Schwachpunkte war, die wir früher bei Suzuki hatten. Das kann also eine gute Sache für mich sein.“

Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit im Team ist laut Rins, dass er und Quartararo in dieselbe Richtung denken. „Das Wichtigste ist, dass wir uns bezogen auf die Aerodynamik, bezogen auf die Motorcharakteristik, bezogen auf die wichtigen Bereiche für die Entwicklung, einig sind. Es geht nicht, dass wir ein Motorrad mit einer bestimmten Art Winglets haben und ein anderes mit einer anderen oder mit einer anderen Motorenspezifikation. Wir müssen da Hand in Hand arbeiten.“

Gerade beim Thema Motorcharakteristik gab es zuletzt unterschiedliche Aussagen von Fabio Quartararo einerseits und von Yamaha-Testfahrer Cal Crutchlow andererseits. So wünscht sich der Stammfahrer seit Jahren einen aggressiveren Motor mit mehr Spitzenleistung. Der Testfahrer hingegen widerspricht. Crutchlow ist der Ansicht, dass der Motor genug Leistung hat, man aber in anderen Bereichen zulegen müsse.

Die Möglichkeit für eine umfassende Weiterentwicklung ist für Yamaha momentan so groß wie seit Jahren nicht. Denn die MotoGP-Saison 2024 beginnt der japanische Hersteller anhand des neugestalteten Concession-Systems in der Gruppe D. Zusammen mit Honda genießt Yamaha damit die größten Freiheiten hinsichtlich Anzahl der Motoren, Anzahl der Aero-Updates, Anzahl der Wildcards und Art der Testfahrten.

Text von Mario Fritzsche

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