Maverick Vinales - © Michelin

© Michelin – Auch in Argentinien ist Yamaha-Pilot Maverick Vinales unschlagbar

Maverick Vinales triumphiert auch in Argentinien: Nach einem Sturz von Pole-Setter Marc Marquez in der Frühphase des Rennens in Termas de Rio Hondo übernahm der Yamaha-Pilot die Führung und gab sie bis zum Schluss auch nicht mehr ab.

Er kam mit 2,915 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Dahinter sicherten sich Vinales‘ Teamkollege Valentino Rossi und LCR-Honda-Fahrer Cal Crutchlow die übrigen Podestplätze.

Nach den Startplätzen sechs und sieben hatten sich beide Yamaha-Piloten bereits in Runde eins auf die Plätze drei und vier vorgekämpft. Gewinner des Starts war da noch Weltmeister Marquez, der die Flucht nach vorn antrat und bereits nach zwei Runden eine Lücke von zwei Sekunden auf die Verfolger herausfahren konnte. Doch seine beeindruckende Pace fand in Runde drei ein jähes Ende, als der Spanier in Kurve 2 urplötzlich stürzte.

„Mir geht es gut“, gibt der 24-Jährige Entwarnung. Denn Sturz kann er sich nicht erklären: „Ich habe mich gut gefühlt auf dem Bike, im Warm-up haben wir uns stark verbessert. Ich bin gut gefahren. Natürlich habe ich einen Fehler gemacht, aber trotzdem weiß ich nicht genau, wie das passieren konnte. Das ist sehr enttäuschend, weil ich mich wirklich gut gefühlt habe. Jetzt müssen wir uns schon auf Austin konzentrieren.“

Valentino Rossi im 350. Grand Prix auf dem Podest
Zum Zeitpunkt des Crashs hatte sich Vinales bereits an Crutchlow vorbei gekämpft. Der Sieger von Katar konnte sich an der Spitze schnell absetzen, während sich Crutchlow und Rossi dahinter ebenfalls deutlich vom Rest des Feldes distanzierten und im letzten Renndrittel die Plätze tauschten. Rossi stellte in seinem 350. Grand Prix damit einmal mehr unter Beweis, dass mit ihm am Sonntag immer zu rechnen ist.

„Ich weiß nicht, ob ich Maverick noch erwischt hätte. Es ist schon okay so. In der Startaufstellung sagte mir mein Mechaniker, dass das mein 350. Rennen sei und ich deshalb ein gutes Ergebnis holen sollte“, scherzt der Italiener. „Ich habe mich vom Beginn an gut gefühlt. Ich war entspannt und konzentriert und wusste, dass ich ein gutes Rennen fahren kann. Mein Start war auch gut, ich konnte die langsameren Piloten überholen.“

Im Duell mit Crutchlow gab Rossi nicht nach und ging sieben Runden vor Schluss am Briten vorbei. „Er hatte eine tolle Pace“, gibt der Yamaha-Star zu, „aber ich hatte nur ein bisschen mehr. Die letzte Runde hat echt Spaß gemacht, weil ich mich fit gefühlt habe. Das ist ein tolles Ergebnis für das gesamte Team.“ Mit Vinales auf Platz eins sicherte sich das Werksteam von Yamaha einen umjubelten Doppelsieg.

Honda-Privatier Cal Crutchlow wollte mehr
Dennoch räumt der Sieger ein: „Es war ein schwieriges Rennen. Mein Start war gut, aber Marc hat so hart gepusht. Ich habe versucht, von der ersten Runde an meine eigene Pace zu gehen. Als er gecrasht ist, wollte ich einfach nur die ganzen Punkte nach Hause bringen. Das war sehr wichtig, die maximale Punkteanzahl einzufahren. Ich bin so happy. Das Team hat toll gearbeitet und das Bike war unglaublich heute.“

Crutchlow bescherte Honda mit Rang drei das erste Podium der Saison, hatte jedoch auf noch mehr spekuliert: „Das war ein tolles Rennen von Vale, nachdem er von weit hinten gestartet ist. Er hatte diese Pace nicht das gesamte Wochenende. Aber ehrlich gesagt war die Pace nicht so schnell. Mir wurden ein paar Warnsignale am Display angezeigt, daher musste ich das Bike etwas kontrollieren“, erklärt der Privatier.

„Ich habe ein paar Mal versucht, Maverick einzuholen. Ich dachte, es würde möglich sein. Aber die Warnsignale kamen wieder. Als Vale mich überholt hat, hatte ich fünf Sekunden Abstand nach hinten. Ich bin dann einfach ins Ziel gecruis“, so Crutchlow weiter. „Es war ziemlich einfach, ihm zu folgen. Ich musste aber langsamer machen. Das Ergebnis ist toll und ein großartiger Weg, um nach der Enttäuschung in Katar zurückzukommen.“

Totalausfall für Werksteams von Honda und Ducati
In der WM-Tabelle, die von Vinales (50 Punkte) vor Rossi (36) angeführt wird, belegt der LCR-Honda-Pilot mit 16 Punkten Rang fünf und ist damit bester Honda-Fahrer. Denn während er auf Podestkurs lag, spielten sich dahinter wahre Dramen ab: Dani Pedrosa (Honda) stürzte als erster Verfolger der Top 3 nur zehn Runden nach Marquez‘ Ausfall an gleicher Stelle und ging nach Platz fünf in Katar leer aus.

Wenig später fuhr Aprilia-Pilot Aleix Espargaro Andrea Dovizioso in seine Ducati und katapultierte damit sich und ihn ins Aus. Beide lagen auf Rang acht und neun. Zuvor hatte es bereits die Teamkollegen erwischt: Jorge Lorenzo verlor in Kurve 1 die Kontrolle über seine Desmosedici, lief auf Andrea Iannone (Suzuki) auf und stürzte. Sam Lowes (Aprilia) beendete das Rennen ebenfalls vorzeitig.

Von den Totalausfällen bei Honda, Ducati und Aprilia profitierten die Privatfahrer. Alvaro Bautista (Aspar-Ducati) wurde starker Vierter. Dahinter kam MotoGP-Rookie Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) als Fünfter ins Ziel – eine beeindruckende Vorstellung des Franzosen, der als 14. gestartet war. Teamkollege Jonas Folger konnte sich gegen Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) durchsetzen und sich über einen sechsten Platz freuen.

Jonas Folger trotz Krankheit starker Sechster
Dabei war der Deutsche gesundheitlich angeschlagen: „Ich hatte ein bisschen Bedenken, weil ich körperlich nicht so fit bin. Gestern habe ich mir leider etwas eingefangen – wie so viele im Fahrerlager“, sagt Folger. Dennoch gab es sich keine Blöße, auch wenn er zunächst zurückfiel. „Auf Platz zehn habe ich mich wieder eingereiht und konnte einen schönen Rhythmus aufbauen.“

Dann witterte der Tech-3-Pilot seine Chance: „Ich sah Petrucci vor mir und merkte plötzlich, dass er langsamer wird, bin hingefahren und habe auf die Reifen geachtet, zwei Runden lang habe ich sie geschont. Dann habe ich das aggressive Mapping eingestellt und geschaut, dass ich ihn überhole und wegziehe. Genau das ist mir gelungen. Zarco war leider ein bisschen schneller. Wir waren aber nicht weit auseinander.“

Scott Redding (Pramac-Ducati), Jack Miller (Marc-VDS-Honda) und Karel Abraham (Aspar-Ducati) komplettieren die Top 10. KTM holte auf den Rängen 14 (Pol Espargaro) und 15 (Bradley Smith) erste Punkte. Suzuki-Pilot Iannone wurde nach einer Durchfahrtsstrafe wegen Frühstarts Letzter. Teamkollege Alex Rins war früh gestürzt. Das nächste MotoGP-Rennen findet am 23. April 2017 in Austin/USA statt.

Ergebnisse MotoGP 2017 Argentinien

1 25 25 Maverick VIÑALES SPA Movistar Yamaha MotoGP YAMAHA 41’45.060 172.6
2 20 46 Valentino ROSSI ITA Movistar Yamaha MotoGP YAMAHA 41’47.975 172.4 2.915
3 16 35 Cal CRUTCHLOW GBR LCR Honda HONDA 41’48.814 172.4 3.754
4 13 19 Alvaro BAUTISTA SPA Pull&Bear Aspar Team DUCATI 41’51.583 172.2 6.523
5 11 5 Johann ZARCO FRA Monster Yamaha Tech 3 YAMAHA 42’00.564 171.6 15.504
6 10 94 Jonas FOLGER GER Monster Yamaha Tech 3 YAMAHA 42’03.301 171.4 18.241
7 9 9 Danilo PETRUCCI ITA OCTO Pramac Racing DUCATI 42’05.106 171.2 20.046
8 8 45 Scott REDDING GBR OCTO Pramac Racing DUCATI 42’10.540 170.9 25.480
9 7 43 Jack MILLER AUS EG 0,0 Marc VDS HONDA 42’10.725 170.9 25.665
10 6 17 Karel ABRAHAM CZE Pull&Bear Aspar Team DUCATI 42’11.463 170.8 26.403
11 5 76 Loris BAZ FRA Reale Avintia Racing DUCATI 42’12.012 170.8 26.952
12 4 53 Tito RABAT SPA EG 0,0 Marc VDS HONDA 42’26.935 169.8 41.875
13 3 8 Hector BARBERA SPA Reale Avintia Racing DUCATI 42’27.830 169.7 42.770
14 2 44 Pol ESPARGARO SPA Red Bull KTM Factory Racing KTM 42’28.145 169.7 43.085
15 1 38 Bradley SMITH GBR Red Bull KTM Factory Racing KTM 42’28.512 169.7 43.452
16 29 Andrea IANNONE ITA Team SUZUKI ECSTAR SUZUKI 42’31.279 169.5 46.219
Not Classified
4 Andrea DOVIZIOSO ITA Ducati Team DUCATI 23’31.497 171.6 11 laps
41 Aleix ESPARGARO SPA Aprilia Racing Team Gresini APRILIA 23’31.661 171.5 11 laps
26 Dani PEDROSA SPA Repsol Honda Team HONDA 21’48.977 171.8 12 laps
22 Sam LOWES GBR Aprilia Racing Team Gresini APRILIA 18’51.906 168.1 14 laps
42 Alex RINS SPA Team SUZUKI ECSTAR SUZUKI 19’14.623 164.8 14 laps
93 Marc MARQUEZ SPA Repsol Honda Team HONDA 5’02.050 171.8 22 laps
99 Jorge LORENZO SPA Ducati Team DUCATI

Text von Juliane Ziegengeist

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