Fabio Quartararo - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Fabio Quartararo stellte am Freitag die Bestzeit auf

(Motorsport-Total.com) – Von Freitag bis Sonntag (7.-9.2.) findet auf dem Sepang International Circuit der erste offizielle MotoGP-Wintertest im Kalenderjahr 2020 statt.

Alle Stammfahrer und einige Testfahrer sind in Malaysia im Einsatz. Die Werksteams tüfteln an ihren Motorrädern und suchen nach dem besten Gesamtpaket. Am ersten Tag war Petronas-Yamaha vorne. Fabio Quartararo stellte mit 1:58.945 Minuten knapp vor seinem Teamkollegen Franco Morbidelli die Bestzeit auf.

Die Fahrer wurden gegen Mittag von einem Regenschauer ausgebremst. Es dauerte einige Zeit, bis die Strecke wieder trocken war und die Arbeit fortgesetzt wurde. In den letzten 90 Minuten waren dann wieder viele Fahrer auf der Piste, wobei einige ihre Rundenzeiten vom Vormittag noch verbessern konnten.

Yamaha rückte mit einem Großaufgebot aus. Valentino Rossi und Maverick Vinales haben je drei Motorräder zur Verfügung, nämlich zwei 2020er-Versionen und eine 2019er zu Vergleichszwecken. Außerdem war das japanische Testteam mit drei zusätzlichen Motorrädern vor Ort. Katsuyuki Nakasuga testete unter anderem die Karbon-Schwinge. Kohta Nozane fuhr mit der Aluminium-Schwinge.

Die neue Yamaha soll im Schnitt um fünf km/h schneller sein, aber es gibt auch Nachteile, die man mit Elektronik und Set-up lösen will. Deswegen nutzt man das alte Motorrad als Referenz. Vinales, der am Vormittag einen harmlosen Sturz hatte, und Rossi spulten je knapp 50 Runden ab und klassierten sich in den Top 10. Jorge Lorenzo soll erst wieder am Sonntag fahren.

In der Petronas-Box standen drei Motorräder. Morbidelli hat zwei Bikes, die eine Mischung zwischen 2019er- und 2020er-Version sind. Quartararo musste zunächst noch mit dem 2019er Motorrad fahren, weil sein neues Bike noch nicht fertig ist. Beide Fahrer vom Yamaha-Partnerteam glänzten wieder aus dem Stand mit schnellen Zeiten.

Alex Marquez fast so schnell wie Bruder Marc
Im Honda-Lager sind für Marc Marquez pro Tag rund 30 Runden angesetzt. Heute drehte der Weltmeister 37 Runden. Bruder Alex Marquez kam auf einen Umlauf mehr. Beide reihten sich auf den Plätzen zwölf und 13 ein. Wichtige Aufgaben muss auch Cal Crutchlow übernehmen, der ein 2020er-Bike und eines von 2019 hat. Testfahrer Stefan Bradl ist an diesen drei Tagen nicht im Einsatz.

Ducati hat acht neue Motorräder nach Sepang gebracht, je zwei für Andrea Dovizioso, Danilo Petrucci, Jack Miller und Francesco Bagnaia. Testfahrer Michele Pirro ist ebenfalls vor Ort. Ducati hat das endgültige Paket noch nicht zusammengestellt. Es werden Teile getestet, die man nach Valencia entwickelt hat. Eine neue Schwinge und Aerodynamik soll am Samstag auf der Strecke sein. Miller war als Fünfter der schnellste Ducati-Fahrer.

Suzuki hat vier Fahrer im Einsatz. Neben den beiden Stammfahrern Alex Rins und Joan Mir sind das die beiden Testfahrer Sylvain Guintoli und Takuya Tsuda, wobei der Japaner heute nicht fuhr. An der GSX-RR wurde an allen Aspekten gearbeitet, aber nur an Details, um das prinzipiell gute Handling nicht zu verlieren. Rins untermauerte als Drittschnellster das Potenzial.

Espargaro-Brüder: Aprilia und KTM in den Top 10
KTM setzte ebenfalls das Programm, das man schon beim Shakedown-Test begonnen hat, fort. Pol Espargaro fuhr die achtschnellste Zeit, während Miguel Oliveira, Iker Lecuona und Brad Binder im hinteren Mittelfeld zu finden waren. Testfahrer Dani Pedrosa drehte 45 Runden. Mika Kallio ist ebenfalls vor Ort, fuhr heute aber nicht. Wie immer hatte KTM viele Teile zum testen.

Aprilia konnte den neuen Prototypen ebenfalls schon beim Shakedown-Test ausprobieren. Aleix Espargaro ließ das Potenzial mit der siebtbesten Zeit aufblitzen. Auch Lorenzo Savadori war auf der Strecke und probierte neben dem 2019er-Modell auch die neue RS-GP. Testfahrer Bradley Smith pausierte heute.

Ducati-Debüt für Johann Zarco
Bei den Privatteams saß erstmals Johann Zarco auf der Avintia-Ducati. Der Franzose spulte 54 Runden ab. Zunächst betrug sein Zeitrückstand etwas mehr als zwei Sekunden. Am Nachmittag konnte sich Zarco nach der Regenpause noch steigern und kam bis auf eineinhalb Sekunden an die Bestzeit heran.

Auch für Michelin ist es ein wichtiger Test. Es stehen einerseits die Reifen vom vergangenen Herbst zur Verfügung, wobei der Hinterreifen die neue Konstruktion für 2020 hat. Dazu gibt es neue Testreifen. Darunter ist ein neuer harter Vorderreifen, den aber nur die Werksteams testen. Zwei weiche Hinterreifen sollen auf die Haltbarkeit überprüft werden.

Eine neue Vorderreifenkonstruktion gibt es in der Mischung soft. Diese wurde schon im Vorjahr bei drei Tests (Misano, Valencia, Jerez) ausprobiert und soll die Stabilität am Kurveneingang verbessern. Außerdem gibt es einen neuen asymmetrischen Vorderreifen in der Mischung hart. Auch aufgrund der unterschiedlichen Reifen sind die Testzeiten nur bedingt aussagekräftig.

Der Test wird am Samstag und Sonntag fortgesetzt.

Die Testzeiten aus Sepang (Freitag):
01. Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) – 1:58.945 Minuten (52 Runden)
02. Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) +0,051 Sekunden (62)
03. Alex Rins (Suzuki) +0,250 (56)
04. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +0,289 (39)
05. Jack Miller (Pramac-Ducati) +0,291 (47)
06. Maverick Vinales (Yamaha) +0,422 (49)
07. Aleix Espargaro (Aprilia) +0,482 (43)
08. Pol Espargaro (KTM) +0,591 (48)
09. Joan Mir (Suzuki) +0,623 (51)
10. Valentino Rossi (Yamaha) +0,624 (48)
11. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,721 (35)
12. Marc Marquez (Honda) +0,731 (37)
13. Alex Marquez (Honda) +0,973 (38)
14. Danilo Petrucci (Ducati) +0,994 (42)
15. Dani Pedrosa (KTM) +1,072 (45)
16. Francesco Bagnaia (Pramac-Ducati) +1,186 (49)
17. Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) +1,191 (53)
18. Sylvain Guintoli (Suzuki) +1,426 (48)
19. Johann Zarco (Avintia-Ducati) +1,519 (54)
20. Iker Lecuona (Tech-3-KTM) +1,566 (44)
21. Brad Binder (KTM) +1,574 (58)
22. Tito Rabat (Avintia-Ducati) +1,805 (54)
23. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +1,870 (31)
24. Yamaha-Testfahrer 1 +2,135 (50)
25. Yamaha-Testfahrer 2 +2,799 (22)
26. Lorenzo Savadori (Aprilia) +4,205 (31)

Text von Gerald Dirnbeck

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