Quartararo u Miller - © Dorna Sports

© Dorna Sports – Quartararo und Miller gerieten in Mandalika aneinander (Foto aus Le Mans 2021)

(Motorsport-Total.com) – Yamaha-Werkspilot Fabio Quartararo feierte seinen zweiten Platz im Regenrennen des Grand Prix von Indonesien 2022 in Mandalika überschwänglicher als so manchen seiner Siege.

Einer aber ist nach dem Rennen gar nicht gut auf den amtierenden MotoGP-Weltmeister zu sprechen. Ducati-Werkspilot Jack Miller ärgert sich über Quartararos Zweikampfverhalten und findet kritische Worte.

Was war passiert? Quartararo startete von der Pole, wäre in der Anfangsphase des Rennens aber ausgangs der letzten Kurve der Strecke (Kurve 17) um ein Haar abgestiegen, als er auf der nassen Piste auf die weiße Linie kam. Der spätere Sieger Miguel Oliveira (KTM) war zu diesem Zeitpunkt schon an ihm vorbei und fortan kämpfte Quartararo mit dem von P9 stark gestarteten Miller und mit Johann Zarco (Pramac-Ducati) um die Podestplätze.

In Kurve 1 ging Miller unmittelbar nach Quartararos Schrecksekunde an diesem vorbei. Daraufhin wollte der Yamaha-Pilot sofort kontern. In Kurve 2 kam es zu einer Berührung. Nach dem Rennen hat Miller für Quartararos Verhalten im Zweikampf wenig schmeichelhafte Worte übrig: „Es war kein Kampf. Ich hatte ihn gerade überholt, als er sich entschied, mir mit seinem Bike in mein Bein zu fahren. Es war ganz ähnlich wie er es auch mit Johann [Zarco] gemacht hat.“

„Ich finde, so etwas muss nicht sein. Nachdem du von jemandem überholt wurdest, musst du nicht direkt wieder das Gas aufdrehen und in Richtung des Vorderreifen des anderen beschleunigen“, beschwert sich Miller. Der Ducati-Pilot blieb bei besagter Szene zwar zunächst vor Quartararo, kämpfte im weiteren Verlauf des Regenrennens aber mit nachlassendem Grip und belegte schließlich hinter Oliveira, Quartararo und Zarco den vierten Platz.

Als Quartararo nach dem Rennen auf Millers Aussagen angesprochen wird, sieht er keinen Grund für eine Entschuldigung. „Er hat schon häufiger mal aggressive Manöver geritten“, so Quartararo über Miller und weiter: „Ich finde nicht, dass mein Manöver aggressiv war. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir uns berühren würden. Aber das war keine große Sache. Bevor er den Mund aufmacht, sollte er sich die Szene vielleicht mal im Fernsehen anschauen. Ich finde nicht, dass ich etwas falsch gemacht habe.“

Eine Aussprache der beiden hat es direkt nach dem Rennen noch nicht gegeben. „Nein, aber er hat mir auf dem Motorrad [auf der Auslaufrunde] etwas zugerufen. Ich konnte nicht verstehen, was er sagte, aber ich konnte sehen, dass er nicht happy war“, so Quartararo, der unterstreicht: „Noch einmal: Ich habe nichts Seltsames gemacht. Ich würde da auch gerne die Kommentare anderer Fahrer hören, ob sie der Meinung sind, dass es ein rücksichtsloses Manöver war oder nicht.“

Miller sagt zum Thema Aussprache: „Ich werde sehr gerne mit ihm darüber sprechen, denn es war nicht das erste Mal. Wir haben es ja mit Johann auch gesehen. Überholen ist in Ordnung. Das heißt aber nicht, dass man das Gas aufdrehen muss und meinen Vorderreifen anpeilen muss, sodass ich stürze. Ich finde, das ist nicht fair. Er ist mir einfach in die Seite gefahren.“

Der von Miller angesprochene Zarco saß als Dritter des Rennens neben dem Zweitplatzierten Quartararo in der Pressekonferenz, äußerte sich aber nicht zu einem laut Miller überaggressiven Zweikampfverhalten des Yamaha-Piloten.

Während Quartararo erstmals in seiner Karriere ein komplett bei Regen ausgetragenes Rennen auf dem Podium beendet hat, ärgert sich Miller nach seinem verpassten Podestplatz noch immer. „Ich hatte zu diesem Zeitpunkt [des Zweikampfs mit Quartararo] klar die bessere Pace. Ich kam ja vom neunten Startplatz, wohingegen er von der Pole losgefahren war. Ich war schneller als er und es war einfach ein unnötiges Risiko, dass er mir ins Bein gefahren ist. Das ist alles.“

Die Fortsetzung im Duell Quartararo vs. Miller folgt womöglich beim nächsten Rennen, dem Grand Prix von Argentinien am 3. April in Termas de Rio Hondo. Nach dem Rennen in Mandalika, das aufgrund eines heftigen Regenschauers um 75 Minuten verschoben werden musste, waren zahlreiche Piloten bemüht, ihren Rückflug noch zu erreichen. So verabschiedete sich Sieger Miguel Oliveira direkt nach der ersten Frage aus der Pressekonferenz.

Text von Mario Fritzsche, Co-Autor: Mark Bremer

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