Marc Marquez - © Gresini

© Gresini – Marc Marquez gesteht, dass er die Ducati noch besser verstehen muss

(Motorsport-Total.com) – Gresini präsentierte als erstes MotoGP-Team die Farben für die Saison 2024.

Bei der Teampräsentation sprach Marc Marquez zum ersten Mal ausführlich über den ersten Test mit der Ducati im November 2023 und die Erwartungen für die erste Saison mit Ducati. Zudem erklärte der 30-jährige Spanier, was es mit dem Besuch im Ducati-Werk in Bologna auf sich hatte.

Für viele Fans und Experten ist Marc Marquez nach seinem Wechsel von Honda zu Ducati der große Titelfavorit. Marquez bestätigt den großen Druck: „Ich spüre eine hohe Erwartungshaltung. Doch ich muss mich voll und ganz auf mich selbst konzentrieren. Mir ist klar, dass die Leute und die Fans hohe Erwartungen haben. Das gilt auch für das Gresini-Team.“

„Ich muss aber auch sehen, wo ich herkomme. Ich hatte eine schwierige Saison. Ich konnte in den beiden zurückliegenden Jahren kein Rennen gewinnen. Ich kann also nicht mit dem Ziel in die Saison gehen, die Meisterschaft zu gewinnen. Ich muss es Schritt für Schritt angehen und von den schnellen Ducati-Piloten lernen“, erklärt Marquez, der sich an den Ducati-Spitzenfahrern orientieren will.

Francesco Bagnaia und Jorge Martin dienen Marc Marquez als Orientierung
In erster Linie sind das Weltmeister Francesco Bagnaia und Vize-Champion Jorge Martin, die sich im vergangenen Jahr einen erbitterten Kampf um den Titel geliefert haben, während Marquez auf seiner Honda meist nur im Mittelfeld fuhr.

„Ich möchte von Pecco und Jorge Martin lernen, wie man mit diesem Motorrad schnell ist“, bemerkt der Ducati-Neuzugang. „Ich kann aber wirklich nicht erwarten, dass ich von Beginn an um Siege kämpfe, denn die zurückliegenden Jahre waren ein Albtraum für mich.“

Beim Nachsaisontest in Valencia konnte Marquez seine ersten Erfahrungen mit der Ducati sammeln. Die Körperspannung deutete darauf hin, dass er nicht am Limit unterwegs war. Dennoch fuhr Marquez sehr schnelle Rundenzeiten und lag zwischenzeitlich an der Spitze.

„Natürlich will ich so schnell wie möglich sein. Wenn ich beim Test eine Zehntel finden kann, dann werde ich das auch tun. Doch die Erwartungen und die Realität sind zwei verschiedene Dinge. Die Erwartungen der Leute sind sehr hoch. Ich will diese Erwartungen ausblenden und mich auf die Arbeit in meiner Box konzentrieren. Ich muss es vor allem zu Beginn ruhig angehen“, nennt er seine Strategie für die bevorstehenden Tests und den Saisonauftakt.

Warum Marc Marquez beim Valencia-Test so vorsichtig zu Werke ging
Doch wie nahm Marquez den Valencia-Test wahr? Auf Grund seines HRC-Vertrags konnte er das Kennenlernen mit der Ducati noch nicht auswerten. „In Valencia hatte ich ein gutes Gefühl. Die Zeit kam zustande, weil ich mich wohl fühlte auf dem Motorrad“, erinnert sich der Spanier.

„Ich bin gespannt darauf, das Motorrad in Malaysia und in Katar zu testen – auf Strecken, auf denen es mir etwas schwerer fällt. In Valencia bin ich normalerweise ziemlich schnell. Doch es war ein guter Start. Natürlich ging ich es ruhig an, weil ich nur ein Motorrad hatte“, begründet er die ruhige Herangehensweise und blickt auf die Zeit bei HRC zurück: „Ich hatte beim Valencia-Test normalerweise immer vier Motorräder zur Verfügung.“

Der Valencia-Test wäre nach einem Sturz vorzeitig beendet gewesen. Entsprechend vorsichtig ging Marquez zu Werke. Dennoch verschaffte sich der Spanier einen ersten Eindruck und konnte beruhigt in die Winterpause gehen.

„Man muss die Kurven ganz anders angehen“, analysiert er die Ducati. „Ich muss noch viele Dinge verstehen. Ich muss festhalten, dass die Honda auch einige Stärken hatte in den Kurven. Doch diese Stärken kann ich jetzt nicht mehr nutzen. Ich muss vor allem die Kurvenausgänge richtig gut treffen. Ich muss sehr sanft fahren. Zudem muss ich noch lernen, wie ich die zusätzliche Leistung nutzen kann.“

Was es mit dem Besuch bei Ducati auf sich hatte
Für Aufsehen sorgte Marquez unmittelbar vor dem Gresini-Launch. Er stattete Ducati einen Besuch ab und setzte diesen auf seinen Social-Media-Kanälen in Szene. Marquez posierte auf einer alten Desmosedici aus Ducatis Anfangszeit in der MotoGP mit Loris Capirossi.

Bereits vor dem ersten Rennen mit der Ducati wird spekuliert, ob Marquez im kommenden Jahr ins Werksteam wechselt. Ducati zeigt sich offen. Marquez hat diese Spekulationen zusätzlich angeheizt.

„Es war ein obligatorischer Besuch, aber wir mussten auch aus technischer Sicht einige Dinge erledigen“, erklärt Marquez. „Ich werde mit dem 2023er-Bike fahren, dem gleichen, mit dem Pecco und Jorge Martin die Saison beendeten. Das wird unsere Ausgangslage sein.“

„Ich bin dankbar für alles, was im Laufe des Jahres kommt. Mein Job ist es, das Maximum herauszuholen. Ich habe es bereits gesagt und werde es wiederholen: Ich fühlte immer, dass Ducati mich will. Sonst hätte ich diesen Schritt nicht gemacht. Ich werde für Gresini fahren, pilotiere aber eine Ducati. Dall’Igna hat mich immer sehr gut behandelt“, bemerkt der Spanier.

Somit gibt es verschiedene Aussagen zur Spezifikation, die Marquez von Ducati erhalten wird. Klar ist, dass er eine 2023er-Maschine pilotiert. Bisher hieß es, Marquez würde mit dem Entwicklungsstand von Johann Zarco fahren. Doch mit seinen jüngsten Aussagen deutet Marquez an, dass er die Evolutionsstufe erhält, die von Bagnaia und Martin im finalen Teil der Saison 2023 verwendet wurde.

Text von Sebastian Fränzschky

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