V4-Ducati - © Ducati

© Ducati – Die neue V4-Ducati zog in Aragon
die Blicke auf sich

(Motorsport-Total.com) – Die Vorbereitungen für die Superbike-WM-Saison 2019 begannen in dieser Woche in Aragon (Spanien).

Die Teams von Kawasaki, Ducati und Yamaha fuhren am Mittwoch und am Donnerstag auf der Grand-Prix-Piste und sammelten Erfahrungen mit ihren neuen Superbikes. Während die Bedingungen am ersten Tag nahezu perfekt waren, bremste Regen am Donnerstag den Fahrbetrieb.

Im Fokus des Interesses stand das Testdebüt die neuen Ducati Panigale V4R, die von Werkspilot Chaz Davies und Barni-Pilot Michael Ruben Rinaldi pilotiert wurden. Für die Bestzeit war aber erneut WSBK-Dominator Jonathan Rea (Kawasaki) verantwortlich.

Der viermalige Champion schockierte die Konkurrenz mit einer mittleren 1:49er-Zeit. Keiner der anderen fünf Piloten konnte eine 1:49er- oder eine 1:50er-Zeit fahren. Alex Lowes (Yamaha) war erster Verfolger, hatte aber eineinhalb Sekunden Rückstand. Knapp dahinter deutete Ducati-Pilot Chaz Davies das Potenzial der neuen V4-Maschine an, die bereits beim ersten Test auf Yamaha-Niveau fuhr.

Vielversprechendes Debüt der neuen V4-Ducati
„Es war ein solider und positiver Tag. Es gibt viele positive Anzeichen“, kommentiert Davies. „Wir arbeiten aber noch am Motorrad. Es ist noch sehr neu. Damit wurden noch nicht allzu viele Runden auf der Strecke abgespult. Der erste Eindruck stimmt mich sehr positiv.“

„Ich stieg auf die Maschine und fühlte mich sofort sehr wohl. Normalerweise benötige ich immer eine Weile, um ein neues Motorrad zu lernen. Ich musste mich selbst zurückhalten, um nicht zu sehr zu pushen“, berichtet Davies, der nach fünf Jahren mit der V2-Panigale vor einer neuen Herausforderung steht.

„Die Leistungscharakteristik ist sehr sanft. Und auch die Ergonomie ist sehr gut – mit der Sitzposition und der Verkleidung bin ich sehr zufrieden“, schildert der Waliser. „Das Motorrad fühlt sich ausgewogener an als die V2-Maschine. Es ist sanfter und hat eine bessere Stabilität.“

Weltmeister Rea noch stärker als 2018?
Um an Rea heranzukommen, muss Ducati aber noch einige Fortschritte erzielen. Der Titelverteidiger fährt weiterhin in seiner eigenen Liga. „Wir hatten eine 2018er-Maschine und eine 2019er-Maschine und stellten Vergleiche an“, erklärt der Nordire, der verschiedene Gabeleinstellungen testete, um sein Gefühl für die Front zu verbessern.

„Der erste Eindruck der 2019er-Maschine ist wirklich gut. Das Motorrad fordert von mir aber einen anderen Fahrstil. Wir müssen die Maschine noch ein bisschen anpassen, damit ich die Vorteile richtig nutzen kann“, erklärt Rea. Im Vergleich zur 2018er-Maschine darf das neue Modell höher drehen, da die Serienmaschine eine höhere Drehzahl hat. Rea weiß, dass er sich mit Blick auf 2019 nicht zurücklehnen darf: „Wir müssen weiterhin hart arbeiten, denn es wird eine hart umkämpfte Saison.“

Leon Haslam zurück in der Superbike-WM
Kawasaki-Neuzugang Leon Haslam ist ein alter Bekannter im WSBK-Paddock. Nach drei Jahren in der Britischen Superbike-Meisterschaft muss sich der Routinier wieder auf die WM-Maschine umstellen. „Es war wie der erste Schultag. Ich musste neu lernen, wie das Motorrad gefahren werden muss. Zudem lernte ich die neuen Leute kennen“, so der Vizeweltmeister von 2010.

„Ich fuhr drei Jahre lang für Kawasaki in der BSB, doch dort gibt es keine Traktionskontrolle, keine Anti-Wheelie-Kontrolle und keine kurvenspezifische Motorbremse. Die beiden Motorräder verhalten sich sehr unterschiedlich“, vergleicht er die ZX-10RR aus der BSB mit der WSBK-Version. „Es ist ein Siegermotorrad. Es liegt also an mir“, betont er und schaut optimistisch auf die neue Saison.

Yamaha ernüchtert: Potenzial ausgereizt?
Gedämpft sind die Erwartungen im Lager von Yamaha. Alex Lowes setzte sich in Aragon zwar mit der zweitschnellsten Zeit in Szene, doch das Potenzial der R1 scheint nahezu ausgereizt zu sein. „Wir probierten eine neue Schwinge. Ich hatte ein gutes Gefühl damit“, berichtet der Brite, der auch neue Öhlins-Komponenten testete.

„Mit Blick auf Kawasaki und Ducati müssen wir sicher noch ein paar Zehntelsekunden finden“, hält Lowes fest und wirkt etwas demoralisiert von Reas Zeiten und dem Potenzial der neuen Ducati. „Sie haben die letzten elf Rennen gewonnen und haben jetzt ein neues Motorrad, das noch weiter weg ist von uns. Das ist ziemlich schade“, kommentiert er die Rea-Bestzeit. „Die Ducati war bereits an ihrem allerersten Tag so schnell wie wir. Das ist nicht besonders positiv für uns“, so Lowes.

In zwei Wochen testen die WSBK-Piloten in Jerez (Spanien), bevor das Testverbot greift. Danach geht es im Januar weiter.

Die Testzeiten aus Aragon:
1. Jonathan Rea (Kawasaki) – 1:49.668 Minuten
2. Alex Lowes (Yamaha) +1,489 Sekunden
3. Chaz Davies (Ducati) + 1,512
4. Leon Haslam (Kawasaki) +1,811
5. Michale Ruben Rinaldi (Barni-Ducati) +1,988
6. Michael van der Mark (Yamaha) +2,184

Text von Sebastian Fränzschky

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