Jorge Lorenzo - © LAT

© LAT – Bis Ende 2016 fuhr Jorge Lorenzo für
das Yamaha-Werksteam

(Motorsport-Total.com) – Yamaha erlebte zuletzt eine der schwierigsten Phasen, seit man in der Motorrad-Weltmeisterschaft antritt.

Zwischen Assen (25. Juni 2017) und Phillip Island (28. Oktober 2018) blieb man 25 Rennen ohne Sieg. Valentino Rossi und Maverick Vinales waren in dieser Phase zwar mehrmals knapp dran zu gewinnen und standen oft auf dem Podest, aber die Konkurrenz von Honda und Ducati war insgesamt einen Schritt voraus.

Anfang 2017 deutete sich diese Schwächeperiode nicht an, denn Vinales dominierte damals die Wintertestfahrten, gewann die ersten beiden Saisonrennen und zählte zum Kreis der WM-Favoriten. Doch nach dem starken ersten Saisondrittel zeigte die Formkurve nach unten. Böse Zungen behaupten, dass sich der Abschied von Jorge Lorenzo bemerkbar gemacht hat. Gleichzeitig wurde das Ducati-Team, vor allem mit Andrea Dovizioso, immer konkurrenzfähiger.

Hat Yamaha rückblickend gesehen tatsächlich unter dem Lorenzo-Abschied gelitten? „Das glaube ich nicht“, hält Yamaha-Teamchef Lin Jarvis bei ‚Crash.net‘ fest, denn schließlich begann Vinales 2017 sehr stark. Dann kam es aber zu mehreren Umständen, die in Summe Yamaha das Leben schwer machten. Einerseits gelangen Honda und Ducati deutliche Fortschritte bei der Abstimmung der Einheitselektronik. Andererseits änderte Michelin die Konstruktion der Reifen.

Und Yamaha tat sich schwer, das Gesamtpaket auf die Reifen zu optimieren. „Seit Lorenzos Zeit bei uns, haben sich die Reifen verändert“, so Jarvis. „Das ist ein sehr wichtiger Aspekt, denn manchmal gelang es uns nicht, die Michelin-Reifen gut zum Arbeiten zu bringen.“ Gleichzeitig machte es die Konkurrenz besser. Yamaha verlor die entscheidenden Zehntelsekunden, um wirklich aus eigener Kraft um den Sieg kämpfen zu können.

Die Kombination dieser Umstände führte zur langen sieglosen Serie, und nicht der Abschied von Lorenzo, „Ich glaube nicht, dass wir wegen Lorenzos Wechsel Probleme hatten“, sagt der Teammanager. „Er hat seinen Fahrstil jetzt auf die Ducati angepasst. Ich kaufe dieses Argument nicht ab. Es stimmt aber, dass sein Stil bei uns sehr, sehr gut funktioniert hat.“ Deshalb betont Johann Zarco bis heute, dass er versucht, den Lorenzo-Stil nachzuahmen.

Lorenzo fuhr die M1 mit hohem Kurvenspeed und nutzte so die Vorzüge des Chassis optimal aus. Denn das soll der beste Weg sein, die M1 zu fahren. „Was Johann sagt, stimmt“, bestätigt Jarvis bei ‚Crash.net‘. „Die M1 muss am Kurveneingang schnell und flüssig gefahren werden. Aber andere Umstände haben sich geändert. Deshalb glaube ich nicht, dass es an Lorenzos Abschied liegt.“ Zuletzt gelangen Yamaha wieder Fortschritte bei Elektronik und Set-up. Nach dem Finale in Valencia wird man einen neuen Motor testen, der auch zur Lösung der Probleme beitragen soll.

Text von Gerald Dirnbeck

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