Karel Abraham - © Michelin

© Michelin – Karel Abraham ist nach einer Superbike-Saison wieder in der MotoGP angekommen

Aspar-Pilot Karel Abraham erlebte im Qualifying zum Grand Prix von Argentinien sein bisheriges Saisonhighlight.

Der Tscheche konnte sich bei schwierigen Bedingungen hinter Marc Marquez auf dem zweiten Startplatz einordnen. Im Rennen verlor er zwar einige Plätze, mit dem zehnten Rang kann er dennoch zufrieden sein.

Der MotoGP-Rückkehrer hat seinen Kritikern somit bewiesen, dass er einen Platz in der Premiumklasse verdient. 2016 gelang ihm bei seinem Ausflug in die Superbike-WM nur ein Top-10-Ergebnis.

Mit 33 Punkten konnte sich der 27-Jährige nur auf dem 18. Gesamtrang mit seiner BMW-Maschine platzieren. Nun hat er in seinen zwei MotoGP-Comeback-Rennen mit Aspar-Ducati bereits acht Zähler gesammelt. Auf seinen Abstecher zu den seriennahen Kollegen angesprochen, erklärt Abraham die Unterschiede zu seiner aktuellen Ducati: „In den MotoGP-Kategorien sind die Bikes viel stärker und steifer.“

Der Charakter der Motorräder sei sehr verschieden, betont der Tscheche. Werden in der MotoGP von den Herstellern nur Prototypen eingesetzt, so verwendet die Superbike-WM Maschinen auf Basis der Serienmodelle. „In der Superbike-WM sind die Bikes weicher. Natürlich sind sie auch sehr kräftig – wenn du das Gas öffnest, ist die Power dennoch da. Aber bei einem MotoGP-Bike fühlt es sich so an, als würde dir jemand in den Arsch treten. In der Superbike fühlt es sich eher so an, als würde dich jemand schubsen“, veranschaulicht Abraham den Vergleich.

Superbike „schwammiger“ aber weder „schwieriger, noch einfacher“
Auch der Bremsvorgang sei anders: „In der Superbike hast du ein bisschen eine Bewegung drin, alles fühlt sich schwammiger an. Es ist zwar schon ein Rennbike, aber die Motorräder in der MotoGP sind fester.“ Bereits in der Vergangenheit haben nicht viele Fahrer den Umstieg von der MotoGP auf die Superbike oder umgekehrt geschafft. Stefan Bradl ist das jüngste Beispiel für einen Umstieg. Abraham glaubt: „Es ist nicht schwieriger, aber auch nicht einfacher. Es kommt auf den Fahrstil an.“

Manche Fahrer würden eben besser auf ein Superbike passen, andere besser auf eine MotoGP-Maschine. „Das konnte man in der Vergangenheit sehen, als ein paar Fahrer von der Superbike in die MotoGP gekommen sind und nicht gut abschneiden konnten. Umgekehrt war es gleich.“ Zuletzt konnten die MotoGP-Aussteiger Sylvain Guintoli, Max Biaggi und Carlos Checa in der Superbike reüssieren. Ben Spies gewann bereits 2009 vor dem Start seiner MotoGP-Karriere den Titel, Cal Crutchlow immerhin drei Rennen.

Abraham selbst tat sich schwer beim Umstieg: „Ich hatte im Vorjahr kein gutes Paket. Ich dachte, ich würde etwas ganz anderes bekommen. Aber ich habe auch nicht gut performt.“ In der MotoGP würde es hingegen wieder besser laufen. „Niemand hätte anhand meiner Ergebnisse im Vorjahr gedacht, dass meine Resultate in diesem Jahr so gut seien. Das hat aber den Grund, dass ich diese Art des Bikes bevorzuge. Es fühlt sich einfach natürlicher an.“

Seinen Fahrstil musste er übrigens nicht groß verändern, trotzdem habe er im Vorjahr viel gelernt. „Das war eine komplett andere Erfahrung, wie man das Bike fahren muss und wie das Team arbeitet. Alles war sehr anders.“

Text von Maria Reyer & David Emmett

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